EISHOCKEY: Thurgau mischt die Liga auf

Mit dem siebten Sieg in den vergangenen neun Spielen verteidigt der HC Thurgau den vierten Platz in der NLB. Beim 5:3-Auswärtssieg gegen die GCK Lions zeigt das Team, dass es gewachsen ist.

Matthias Hafen, Küsnacht
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Trainer Stephan Mair coachte sein Team zu einem 5:3-Auswärtssieg gegen die GCK Lions. (Bild: Mario Gaccioli (Winterthur, 13. Oktober 2017))

Trainer Stephan Mair coachte sein Team zu einem 5:3-Auswärtssieg gegen die GCK Lions. (Bild: Mario Gaccioli (Winterthur, 13. Oktober 2017))

Matthias Hafen, Küsnacht

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Das Hoch des HC Thurgau reisst nicht ab. Gegen die GCK Lions kamen die Ostschweizer zu einem weiteren Sieg – dem fünften in den vergangenen sechs Runden, dem siebten in den letzten sieben Begegnungen. Wie man es lesen will: Die Mannschaft von Trainer Stephan Mair ist in bestechender Form. Und das tut der ganzen NLB gut. Denn während sonst zwischen Leader Rapperswil-Jona und dem Tabellenletzten Ticino Rockets der Courant normal herrscht, mischt der HC Thurgau die Liga auf. Vorne sind die hochambitionierten Clubs, unter dem Trennstrich die Farmteams der NLA-Vereine. Die Überraschung – und das ganz im positiven Sinn – ist der HCT, der hartnäckig am Tabellenzweiten Langenthal und dem drittplatzierten EHC Olten dran bleibt.

Glücksgöttin Fortuna und Schwendener retten

Für den 5:3-Auswärtssieg gegen die GCK Lions gibt es zwei Lesarten. So traten die Thurgauer bei weitem nicht mehr so überzeugend auf wie zuletzt beim 6:1-Erfolg gegen La Chaux-de-Fonds. Die drei Punkte in der bitterkalten Kunsteisbahn Küsnacht wurden richtiggehend erknorzt. In einem verrückten Mitteldrittel gab der HCT eine 2:0-Führung preis. Und auch der 4:2-Vorsprung zur zweiten Pause reichte nicht aus, um den Sieg stressfrei über die Zeit zu bringen. Die Thurgauer konnten sich am Ende bei Glücksgöttin Fortuna und ihrem Goalie Janick Schwendener bedanken. In der 55. Minute knallte ein Hammerschuss des GCK-Amerikaners Ryan Hayes an den Pfosten, wobei die Schiedsrichter erst nach einem Videostudium auf «kein Tor» entschieden. Und kurz später wehrte Schwendener einen Versuch von Jérôme Bachofner mirakulös mit seiner Stockkante ab. Es wäre in beiden Fällen der 4:4-Ausgleich für die GCK Lions gewesen.

Bestätigung ihrer guten Auftritte

Doch es gibt eben auch die andere Lesart dieses Spiels. So bewies der HC Thurgau, dass er die Partie jederzeit im Griff hatte. Mit zwei Treffern innert 15 Sekunden durch Adrian Brunner und Toms Andersons gingen die Gäste gleich zu Beginn des Mitteldrittels in Führung. Und selbst als der Vorsprung in der 34. Minute wieder dahin war, liessen sie sich nicht beirren, sondern gingen ihrerseits wieder 4:2 in Front – Eric Arnold und Lars Neher sei Dank. Zwar wurde es gegen Schluss noch einmal spannend, aber Neher machte mit dem 5:3 ins leere GCK-Tor alles klar. Auch wenn der Sieg beim Farmteam der ZSC Lions hart erkämpft werden musste, so erfüllten die Thurgauer ihre Pflicht. Hatten sie es in der Vergangenheit oft verpasst, einen starken Auftritt im nächsten Spiel zu bestätigen, zeigten sie auch gestern wieder, dass diesbezüglich ein anderer HC Thurgau am Werk ist. Einer, der Spass macht.