EISHOCKEY: Strafen kosten Thurgau den Sieg

Der HC Thurgau hält im Auswärtsspiel gegen Olten lange gut mit, erhält jedoch vier Tore in Unterzahl. Die 4:6-Niederlage gegen den Tabellenzweiten wäre mit etwas mehr Disziplin vermeidbar gewesen.

Thomas Ammann, Olten
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Wegen zahlreicher Unterzahlsituationen hatten die Thurgauer vor dem eigenen Tor viel Arbeit. (Bild: Mario Gaccioli (Winterthur, 13. Oktober 2017))

Wegen zahlreicher Unterzahlsituationen hatten die Thurgauer vor dem eigenen Tor viel Arbeit. (Bild: Mario Gaccioli (Winterthur, 13. Oktober 2017))

Thomas Ammann, Olten

sport@thurgauerzeitung.ch

Es war das Spitzenspiel der 15. NLB-Runde: Das zweitplatzierte Olten empfing den Tabellenvierten Thurgau. Und das Spiel wurde den hohen Erwartungen gerecht. Beide Teams agierten angriffig und engagiert. Bereits nach 65 Sekunden traf Eric Arnold die Latte. Der HCT dominierte die Startphase des Spiels und liess kaum gefährliche Abschlüsse zu.

Dann kam der grosse Auftritt von Thurgaus Topskorer Cam Braes. In der 14. Minute erkämpfte sich der Kanadier mit generösem Einsatz an der Bande eine Scheibe, die via Toms Andersons zu Andri Spiller kam, und Spiller traf zum 1:0. Und weniger als drei Minuten später bediente Braes Mike Küng, der mit einem Handgelenkschuss das 2:0 erzielte. Doch die Oltener konnten noch vor der ersten Pause reagieren und trafen durch ihren Topskorer Martin Ulmer zum 1:2. Der Deutsche lief in Überzahl unbedrängt ins gegnerische Drittel und bezwang Janick Schwendener mit einem satten Slapshot auf der Stockhandseite.

HC Thurgau fällt in alte Fahrwasser zurück

Das Heimteam liess im ersten Drittel einiges vermissen. Das änderte sich im zweiten. Olten agierte nun viel zielstrebiger, Thurgau fiel in alte Fahrwasser zurück, nahm die Zweikämpfe nicht mehr an und verlor im eigenen Drittel unnötig Pucks. Entsprechend einseitig verlief der zweite Abschnitt, in dem Olten mit zwei Toren das Spiel in entscheidende Bahnen lenkte. Zuerst lenkte Cédric Schneuwly ­einen Schuss des früheren Thurgauers Silvan Wyss unhaltbar ab. Kurz darauf traf Stefan Mäder in Überzahl nach einem Gestocher vor Schwendener.

In der 39. Minute kassierte Daniel Steiner eine kuriose Strafe, als er in Überzahl bei einem Bully zu aggressiv zu Werke ging. Weil kurz vor Drittelsende auch noch Sascha Wollgast auf die Strafbank musste, starteten die Thurgauer in doppelter Unterzahl ins dritte Drittel. Diese nutzte das Heimteam prompt aus: Simon Barbero traf zum 4:2.

Jede Strafe wird mit einem Gegentor bestraft

Trotz dieses frühen Nackenschlags nach der zweiten Pause gaben sich die Ostschweizer nicht auf. Sie arbeiteten im dritten Drittel wieder konsequenter gegen Spieler und Puck, kämpften um die Scheiben und erzielten auch Tore. David Wildhaber und Andri Spiller trafen, jeweils exzellent freigespielt, mit platzierten Schüssen aus dem Slot. Nur beantworteten diese die Oltener umgehend mit weiteren Treffern. Dabei profitierte das Heimteam wiederholt von Strafen der Gäste, die sich mit Undiszipliniertheiten selber um einen möglichen Punktgewinn brachten. Vier der sechs Oltener Treffer fielen in Überzahl, zwei davon sogar bei doppelter Überzahl. Thurgau überstand keine einzige Unterzahlsituation unbeschadet. Insgesamt waren die Gäste im Kleinholz nicht das schlechtere Team. Es fehlte in den entscheidenden Situationen jedoch an der nötigen Cleverness.