EISHOCKEY: SCW Ladies in der Misere

Weinfeldens NLA-Frauen sind nach der Hälfte der Meisterschaft noch sieglos. Der Trainer steht nicht zur Diskussion.

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Vor fast genau zwölf Monaten entliess der SC Weinfelden Trainer Daniel Zbinden, der damals die NLA-Frauen trainierte. Nach neun Spielen mit lediglich zwei Siegen wurde er durch Adrian Gischig ersetzt. Man versprach sich neuen Schub. Am Ende wurde die erstmalige Qualifikation fürs Playoff trotzdem verpasst. In der neuen Saison stellt sich nach zehn Spielen mit zehn Niederlagen erneut die Trainerfrage.

«Es ist kein Wechsel vorgesehen», sagt Sportchef Tury Wagner. «Wir gehen mit Adrian Gischig in die zweite Meisterschaftshälfte.» Gischig sei einer der besten Trainer, den er sich für den Job vorstellen könne. Wo aber steckt der Grund von Weinfeldens Misere? Die vermeintlichen Verstärkungen haben bisher nicht oder nur teilweise gegriffen: Frankreichs Nationaltorhüterin Caroline Lambert kassierte in sieben Partien fast sechs Tore – im Durchschnitt! Die Schweizer Nationaltorhüterin Andrea Brändli hat verletzungshalber erst anderthalb Partien mit den SCW Ladies bestreiten können.

Slowakin hat Team bereits wieder verlassen

Die slowakische Stürmerin Viktoria Ihnatova blieb in vier Begegnungen diskret, kassierte eine Matchstrafe und fünf Spielsperren und hat den Club wieder verlassen. Auch Rückkehrerin Rahel Michielin traf noch nicht. Die Ungarin Nikolett Farkas und die Deutsche Tanja Krause stehen ganz ohne Skorerpunkt da. Allerdings, so Wagner, seien im Fall von Farkas Einsätze in der NLA gar nicht vorgesehen gewesen, und Krause sei eher eine Ergänzungsspielerin. Womit sich die Frage nach den Ausländerinnen stellt. Wagner: «Wir haben nicht die Mittel, um teure Spielerinnen aus Übersee zu verpflichten. Mit Ausnahme von Goalie Lambert haben wir nicht jene Ausländerinnen, die ein Team problemlos weiterbringen können.»

Wagner sagt, dass man sich deutlich mehr erhofft habe. «Irgendwie ist uns nach einer guten Vorbereitung die Lockerheit abhandengekommen. Wir sind in einen Strudel geraten, aus dem wir noch nicht herausgefunden haben.» Immerhin: Zuletzt, beim 0:4 in Lugano, habe man mit dem letzten Aufgebot – nur neun Feldspielerinnen reisten ins Tessin – gut gespielt. «Das muss uns Auftrieb geben.» Auch will der SCW auf dem Spielermarkt verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren. Möglich sind zwei Joker-Transfers – eine Schweizerin und eine Ausländerin.

Daniel Monnin