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EISHOCKEY: «Schnitz» verkörpert Siegeswillen

Der Luzerner Fabian Schnyder war der Matchwinner beim 3:2-Heimsieg über den SC Bern. Der Musterprofi ist im EV Zug ein Vorbild für bedingungslosen Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit.
Sven Aregger
Das spektakuläre Siegesgoal zum 2:2-Ausgleich in der Serie: Der Zuger Fabian Schnyder (links) vor dem Berner Ramon Untersander und dem zu spät kommenden Goalie Leonardo Genoni. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 13. April 2017))

Das spektakuläre Siegesgoal zum 2:2-Ausgleich in der Serie: Der Zuger Fabian Schnyder (links) vor dem Berner Ramon Untersander und dem zu spät kommenden Goalie Leonardo Genoni. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 13. April 2017))

Sven Aregger

Die Willensstärke und die Entschlossenheit waren entscheidende Faktoren für den Zuger 3:2-Heimsieg über Bern. Und kaum einer im EV Zug verkörpert diese Tugenden so sehr wie Doppeltorschütze Fabian Schnyder. Als der 31-Jährige mit einem ­unvergleichlichen Energieschub den Siegtreffer in der Verlängerung erzielte, liess sich sogar sein sonst so kontrollierter Trainer Harold Kreis zu einem kurzen Jubel hinreissen. «Die Mannschaft hat zusammengehalten, wir haben so viel Charakter», sagte Schnyder hinterher. «Wir wollen gewinnen, wir wollen weiterhin Gas geben in dieser unglaublich schönen Zeit.»

Schnyder, der auf den Rufnamen «Schnitz» hört, ist eine Identifikationsfigur im Zentralschweizer Eishockeyverein, er spielt bereits seine 14. NLA-Saison im Club. Und abgesehen von 16 Spielen für Langenthal ist der Luzerner seinem EV Zug immer treu geblieben. Der Flügelstürmer mag nicht der begnadetste Techniker sein, aber er ist ein leidenschaftlicher Kämpfer, ein mustergültiger Profi, der nie eine Scheibe verloren gibt. Verteidiger Timo Helbling sagt: «Unsere grosse Stärke ist das Kollektiv. Schnyder lebt dafür. Er ist ein Paradebeispiel.»

Lob für die vierte Zuger Angriffslinie

Bis 2016 amtete Schnyder als Captain der Zuger. Auf diese Saison hin wurde er vom Kanadier Josh Holden abgelöst. Trainer Kreis wollte dadurch die «Führungschemie» innerhalb der Mannschaft verändern, wie er sagt. Holden sollte mehr Verantwortung übernehmen. Kreis betont, dass sich Schnyders Stellung im Team dadurch nicht verändert habe. «Schnitz setzt sich immer bedingungslos für die Mannschaft ein. Als Captain fühlte er sich auch neben dem Eis für alles verantwortlich.» Vielleicht, mutmasst Kreis, könne er ohne diese Aufgabe nun gar noch befreiter aufspielen. Wenn man so will, steht Schnyder für den Siegeshunger, die mannschaftliche Geschlossenheit und die ­Balance im EV Zug. Die Zentralschweizer sind breit abgestützt, jede Formation kann Tore erzielen. Kreis lobt denn auch die vierte Zuger Angriffslinie mit Schnyder, Center Nolan Diem und Emanuel Peter. «Sie spielt eine ganz wichtige Rolle für uns.» Die Linie erhalte öffentlich zwar nicht die grosse Aufmerksamkeit. «Aber diese Jungs haben immer für uns gekämpft. Sie machen moralisch einen unglaublich guten Job.» Die Zuger hinterlassen in dieser Finalserie auch kräftemässig einen guten Eindruck. Die zwei Siege in Folge gegen die Berner bewerkstelligten sie in der Verlängerung. Zudem spricht der Verlauf des Finals eher für den Aussenseiter. «Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und verfügen über die notwendige Power», sagt Abwehrhaudegen Helbling, er ergänzt: «Während der gesamten Meisterschaft räumten uns die meisten wenig Kredit ein.»

Vor dem heutigen Auswärtsspiel dämpft Kreis jedoch die Euphorie: «Wir haben noch nichts erreicht.» Und dennoch wächst die Zuger Zuversicht. «Wir geben nie auf. Wir hören erst auf, wenn wir nicht mehr dürfen», sagt derselbe Schnyder, der vor dem Start der Finalserie diese weisen Worte von sich gab: «Die Mannschaft mit dem grösseren Willen wird gewinnen.» Wie das geht, hat er am Donnerstag vorgemacht.

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