EISHOCKEY: Provokationen kosten den HC Thurgau gegen Winterthur einen Punkt

Wieder geschehen in der Zielbau-Arena sonderbare Dinge. Diesmal verspielt der HC Thurgau gegen Winterthur eine 3:0-Führung, setzt sich am Ende aber 4:3 nach Penaltyschiessen durch.

Matthias Hafen
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Toms Andersons sorgt für Unruhe vor dem Tor von Remo Oehninger. Winterthurs Goalie wurde in der 13. Minute für den glücklosen Andrin Seifert eingewechselt. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Toms Andersons sorgt für Unruhe vor dem Tor von Remo Oehninger. Winterthurs Goalie wurde in der 13. Minute für den glücklosen Andrin Seifert eingewechselt. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Man kann nicht behaupten, Thurgaus Unheil hätte nicht vorausgesagt werden können. Immerhin trafen sich der HCT und Winterthur diesmal an einem Freitag, den 13., zudem befinden wir uns in der Vor-Halloween-Zeit. Mit Gruseligem musste also gerechnet werden.

Und dann war da ja noch die Erinnerung an das erste Aufeinandertreffen in der Zielbau-
Arena vor drei Wochen. Damals steuerte der HC Thurgau mit 5:0 auf einen sicher geglaubten Sieg zu, musste nach 60 Minuten aber als 5:6-Verlierer vom Eis. Das sollte diesmal nicht mehr vorkommen. Und doch passierte den Ostschweizern Ähnliches.

Solange der Sport im Vordergrund stand, hatte Thurgau erneut alles im Griff. Dank geringer Gegenwehr führten die Gäste in der 26. Minute 3:0. Adrian Brunner und Jaedon Descheneau im ersten Drittel sowie Patrick Brändli im Mitteldrittel hatten getroffen. Winterthurs Trainer Michel Zeiter sah sich schon früh zu einem Goaliewechsel gezwungen. Und man hätte eigentlich meinen können, die Spieler von Trainer Stephan Mair hätten aus dem 5:6-Debakel an gleicher Stätte etwas gelernt. Denkste!

Nur 65 Sekunden nach Brändlis 3:0 verwertete Winterthurs Topskorer Luca Homberger einen Abpraller zum 1:3. Das Heimteam leckte nun Blut und begann zu provozieren. Prompt krochen ihnen die Thurgauer auf den Leim. Offensichtlich hatten es die Winterthurer auf den Kanadier Descheneau abgesehen, der vom früheren HCT-Spieler Tim Wieser am Mittelkreis, am Bullykreis und überall sonst immer wieder verbal und körperlich attackiert wurde.

Braes’ Rache führt zum zweiten Gegentreffer

Zehn Sekunden nach Winterthurs erstem Treffer hatte Thurgaus Topskorer Cam Braes das Bedürfnis, seinen Landsmann zu rächen. Er kassierte dafür zwei Minuten – und Thurgau das nächste Gegentor. Ausgerechnet Provokateur Wieser traf im Powerplay zum 2:3. Mit der ganzen Vorgeschichte um dieses Spiel musste man keinen Hellseher sein, um Winterthurs Ausgleich vorauszusehen. Er fiel in der 55. Minute. Der Slowake Marek Zagrapan lenkte vor HCT-Goalie Janick Schwendener einen Weitschuss ins Tor ab. Wieder war ein komfortabler Vorsprung der Thurgauer zunichte. Und Winterthur untermauerte seinen Ruf als Spektakelmacher.

Immerhin: Im Gegensatz zur 5:6-Niederlage vom 23. September fingen sich die Thurgauer auf. So tief das Niveau der Begegnung war, so hoch war die Spannung. Es gab Torchancen hüben wie drüben und das nicht zu knapp. Getroffen wurde aber erst wieder im Penaltyschiessen. Dort zeigte sich Thurgau abgeklärt, ging durch Lars Neher und Descheneau 2:0 in Führung. Den Rest erledigte Schwendener, der sich nicht bezwingen liess.

Für Descheneau war der 4:3-Sieg eine besondere Genugtuung. Der HCT-Kanadier verschoss in der dritten Minute der Verlängerung einen Penalty, konnte mit dem Treffer im Shoot-out die Provokationen gegen seine Person aber doch noch kontern. In der Woche der Wahrheit bleibt der HC Thurgau trotz eines verlorenen Punkts auf Kurs. Morgen um 17 Uhr gastieren die Ticino Rockets in Weinfelden.