EISHOCKEY: Nur noch die Nummer vier

Vor dem Saisonstart der 1. Liga an diesem Wochenende macht die Regio League vor allem neben dem Eis von sich reden.

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Der EHC Frauenfeld, der SC Weinfelden und die Pikes Oberthurgau sind alle abgestiegen, ohne dass sie auch nur ein Spiel verloren haben. Mit der Einführung der My-Sports-League ist die 1. Liga nur noch die vierthöchste Spielklasse der Schweiz. Sportlich verliert sie dadurch an Bedeutung. Denn die My-Sports-League positioniert sich zwischen der NLB, neu Swiss League, und der 1. Liga. Obwohl sie faktisch eine dritte Nationalliga darstellt, ist auch sie unter dem Dach der Regio League, im Amateursport, angesiedelt.

Aus der 1.-Liga-Gruppe Ost stiegen Bülach, Chur, Dübendorf und Seewen in die neue Spiel­klasse auf. Seewen allerdings nur, weil der Gruppen-Champion EHC Frauenfeld auf eine Teilnahme an der My-Sports-League verzichtete. Trotzdem fehlen der 1.-Liga-Gruppe Ost damit vier der fünf besten Teams aus der vergangenen Saison. Es ist deshalb zu erwarten, dass das sportliche Niveau in der 1. Liga sinken wird. Weinfelden, Uzwil und Wil, die vergangene Saison von den Konkurrenten deutlich abgehängt wurden, sind heuer schon fast Anwärter auf den Titel.

Bellinzona, Herisau und Prättigau neu dabei

Die 1.-Liga-Gruppe Ost wird nach der Einführung der My-Sports-League in diesem Winter noch aus zehn Teams bestehen, so auch in der Westschweiz. Mit den 2.-Liga-Aufsteigern Herisau und Prättigau-Herrschaft sowie dem 1.-Liga-Übersiedler Bellinzona gibt es drei neue Teams. In der Zentralschweiz trieb die Neuorganisation innerhalb der Re­gio League seltsame Blüten. Die 1. Liga besteht dort nur noch aus sieben Mannschaften. Reinach wurde gar direkt von der 3. Liga hinaufbefördert, ohne überhaupt über das nötige Spielermaterial für dieses Niveau zu verfügen.

In der Ostschweiz lebt die 1. Liga trotz Abwertung noch von einem gesunden Konkurrenzkampf – und den Derbys. Frauenfeld zählt in der Saison nach dem Ost-Meistertitel erneut zu den Mitfavoriten. Und auch die Pikes Oberthurgau dürften mit der neuen Konstellation wieder ein Wörtchen mitreden. Der SC Weinfelden versucht derweil, die misslungene Saison 2016/17 vergessen zu machen. Uzwil und Wil haben ihre Kader im grossen Stil aufgerüstet. Wil zuletzt mit Ramon Diem, der 2016 mit Ajoie NLB-Meister wurde und beim HC Thurgau im Probetraining war. Die grössten Ambitionen hat zweifellos der EHC Arosa.

Matthias Hafen