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Eishockey National League: Weiterhin mit vier Ausländern - Keine Aufstockung

Die Revolution findet nicht statt. An der Versammlung der Ligen in Solothurn wurde die Idee, das Ausländerkontingent von 4 auf 6 zu erhöhen, mit 9:3 Stimmen bachab geschickt.
Rolf Bichsel (SDA), Cyril Aregger
Zugs David McIntyre reagiert im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug am Dienstag, 13. November 2018, im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Zugs David McIntyre reagiert im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug am Dienstag, 13. November 2018, im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Mit der Ablehnung des Antrags bleibt es bis auf Weiteres und zumindest bis zum nächsten ähnlichen Vorstoss bei vier ausländischen Spielern auf dem Matchblatt. Die Klubs dürfen pro Saison maximal acht Lizenzen für ausländische Akteure lösen.

Denis Vaucher als Direktor der Liga sprach von einem «klaren Entscheid». Es sei ein Entscheid für die traditionelle Formel mit vier Ausländern gewesen, aber auch ein Votum für die gute, ausgeglichene Liga. Aber: «So wie sich die Jahreszeiten wechseln und wiederholen, diskutieren wir innerhalb der Liga immer wieder die gleichen Fragen. Ich bin sicher: Die Ausländerfrage stellt sich früher oder später wieder neu», so Vaucher. In der Schweiz gilt die Regel, dass vier Ausländer pro Spiel eingesetzt werden dürfen, seit 2007. Zuvor hatte die NLA während zwei Saisons mit fünf Söldnern gespielt; vorher waren es weniger gewesen. Am Ende der Saison 2006/07 standen bloss zwei Schweizer in den Top 20 der Skorerliste. Mit der Reduktion auf vier Ausländer wurden es fünf, aktuell sind es acht. Die übrigen Ligen in Europa kennen keine derartige Limitierung wie die National League und die Swiss League. Derzeit dürfen in Italien 8, in Deutschland 9, in Frankreich 11, in Österreich bis zu 15 Ausländer spielen. In Finnland (2010) und Schweden (2015) dürfen die Klubs sogar eine unbeschränkte Anzahl Ausländer einsetzen.

Der Antrag war kein Schnellschuss

Eine derartige Öffnung ginge sogar Marc Lüthi, dem CEO des Schlittschuhclubs Bern, zu weit. Marc Lüthi portierte den Antrag und vertrat ihn gegen aussen mit Vehemenz.

Der Manager aus Bern hatte damit gerechnet, dass die Abstimmung nicht zu gewinnen sei. «Der Konservatismus setzte sich durch», meinte Lüthi. «Es ist schade, dass wir nicht bereit waren, ein Wagnis einzugehen. Aber die Diskussion lohnte sich trotzdem. Neue Vorschläge kamen auf den Tisch. Klar ist: Die Kostenexplosion darf so nicht weitergehen!» In dieser letzten Aussage sind sich alle Klubvertreter mit Lüthi einig. Denn der Antrag, das Ausländerkontingent zu erhöhen, entsprang nicht einem Schnellschuss. Seit Januar suchte die Liga Lösungsansätze, um Kosten zu senken. Vieles wurde angerissen und wieder verworfen. In den letzten zehn Jahren stiegen die durchschnittlichen Löhne der Schweizer Spieler um 50 Prozent. Mehr ausländische Spieler hätten das Angebot vergrössert, die Nachfrage reduziert und die Preise für Dritt- und Viertlinienspieler womöglich gesenkt.

Nach der Abstimmung (9:3 Stimmen – Servette, das mit Bern den Antrag eingebracht hatte, stimmte kurioserweise gegen den eigenen Antrag) ging die Suche nach Alternativen sofort los. Diskutiert wurde, bloss noch 20 (wie in der NHL) statt 22 Spieler auf dem Matchblatt zuzulassen. Oder Transfereinschränkungen für Spieler bis 24 Jahre. Marc Lüthi: «Nur schon wegen der Diskussion nach der Abstimmung hat sich der Antrag gelohnt.» Beim EV Zug hatte man sich von Anfang an gegen sechs Ausländer ausgesprochen. «Das Abstimmungsergebnis spricht eine deutliche Sprache», sagt der EVZ-Geschäftsführer Patrick Lengwiler. «Ich gehe davon aus, dass so schnell niemand mehr einen solchen Antrag stellen wird.»

Gemäss Lengwiler hat es deswegen an der Ligaversammlung keine grosse Debatte gegeben. Die Vereine hätten im Vorfeld eingehend über die Vor- und Nachteile diskutiert, die Meinungen seien gemacht gewesen. Am Schluss waren nur Bern, Lausanne und Davos auf der Seite der Befürworter. Patrick Lengwiler sagt zur Frage, was man künftig gegen die steigenden Löhne für Schweizer Spieler unternehmen könne: «Es gibt mehrere Lösungsansätze, aber keiner lässt sich einfach umsetzen. Auch die Bereitschaft für Regulierungen ist nicht vorhanden. Am Ende des Tages ist es jeder Organisation selber überlassen, wie sie wirtschaften will.»

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