Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Heute 20.15 Uhr starten die Playoff-Halbfinals: der Torhüter-Vergleich

Ein Eishockey-Goalie kann ein Team zum Titel tragen oder das schnelle Aus besiegeln. Ein Vergleich der vier Torhüter vor den heute startenden Playoff-Halbfinals zwischen Bern und den ZSC Lions sowie Biel und Lugano.
Sergio Dudli
Der Urnäscher Jonas Hiller gilt als ruhig und fokussiert. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))

Der Urnäscher Jonas Hiller gilt als ruhig und fokussiert. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))

Heute Abend, 20.15 Uhr, beginnen die Plyoff-Halbfinals. Der EHC Biel trifft auf den HC Lugano und der SC Bern spielt gegen die ZSC Lions. Eine tragende Rolle haben die Goalies der vier Teams. Der Vergleich zeigt, welche Torhüter überzeugen.

Jonas Hiller: der Routinier

Der Urnäscher Jonas Hiller gilt als ruhig und fokussiert. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))

Der Urnäscher Jonas Hiller gilt als ruhig und fokussiert. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))

EHC Biel Er gilt als ruhiger und fokussierter Typ: Jonas Hiller. Nach fast zehn Jahren in der NHL hat der Urnäscher alles gesehen und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. «Diese Ausstrahlung und ihre Wirkung auf das Bieler Team ist enorm», so Weibel. Trotz seiner reflektierten Art wird Hiller von seinem enormen Willen angetrieben. «Er liebt die heissen Spiele», sagt Weibel, der Hiller aus gemeinsamen Zeiten bei Davos kennt.

Dass der 36-jährige Bieler Goalie mit allen Wassern gewaschen ist, sah man im Viertelfinal gegen ebendiesen HC Davos, als er mit dem kläglichen Versuch einer Schwalbe seinem Team einen Vorteil verschaffen wollte. Er entschuldigte sich danach, aber die Szene hat gezeigt: Dieser Hiller gibt alles für den Erfolg – und wenn es mit unerlaubten Mitteln sein muss.

Gegen Davos demonstrierte er in der ersten Playoff-Runde, welch wichtige Rolle ein Torhüter in umstrittenen Spielen einnehmen kann. Während die Davoser mit dem jungen Gilles Senn einen steten Unsicherheitsfaktor im Tor hatten, ebnete Hiller den Bielern mit seinen Paraden den Weg in den Halbfinal. Hier wartet nun mit Elvis Merzlikins der nächste Goalie der jungen Generation. Allerdings ist der 23-jährige Lette in seiner Entwicklung weiter als der Davoser Senn. Was spricht für den Routinier? «Hiller weiss, wie man Titel gewinnt», so Weibel.

Elvis Merzlikins: der Rockstar

Elvis Merzlikins liebt das Rampenlicht und die Provokation. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))

Elvis Merzlikins liebt das Rampenlicht und die Provokation. (Bild: (Urs Lindt/freshfocus))


HC Lugano Es ist oft ein schmaler Grad, auf dem sich Lugano-Goalie Elvis Merzlikins bewegt. Seinem Vornamen alle Ehre machend, gilt der Lette mit Schweizer Lizenz als der Rock ’n’ Roller unten den Torhütern. Der 23-Jährige liebt das Rampenlicht und beherrscht das Spiel der Provokation perfekt. Da kann es schon einmal vorkommen, dass er nach einer Parade mit dem Puck im Fanghandschuh lässig eine Runde um sein Tor fährt und dabei mit der Scheibe jongliert.

Merzlikins weiss, dass er zu den besten Torhütern der Liga gehört – und das zeigt er auch. «Dank seines extremen Selbstvertrauens ist er dann gut, wenn es zählt», sagt Weibel, der selbst sieben Jahre lang für die Tessiner auflief. Und er ergänzt: «Technisch gesehen ist er der beste Goalie der Liga. Er hat riesiges Potenzial.» Allerdings birgt der Charakter von Merzlikins auch Risiken. Nämlich dann, wenn er das Spiel übertreibt und den Fokus auf das Wesentliche verliert. Da ist ihm Jonas Hiller von Halbfinalgegner Biel weit voraus. Zudem ist Merzlikins der einzige der vier verbliebenen Torhüter, der noch keinen Titel gewinnen konnte. Der direkte Vergleich mit Hiller ist ein Aufeinandertreffer zweier Generationen. Gelingt es Merzlikins, sich auf das Geschehen auf dem Eis zu konzentrieren, gibt er seinem Team die Chance, den Final zu erreichen.

Leonardo Genoni: der Analytiker

Der Torhüter des SC Bern, Leonardo Genoni, gilt als akribischer Arbeiter. (Bild: (freshfocus))

Der Torhüter des SC Bern, Leonardo Genoni, gilt als akribischer Arbeiter. (Bild: (freshfocus))


SC Bern Er war das Gesicht der enttäuschenden Olympiakampagne der Schweizer Nationalmannschaft: Leonardo Genoni. Der seit Jahren beste Schweizer Torhüter kassierte bei der 1:5-Niederlage im Startspiel gegen Kanada vier Tore in 26 Minuten. Danach waren die Spiele für ihn beendet, und Jonas Hiller übernahm seinen Posten.

Genoni gilt als akribischer Arbeiter, alles, was er macht und tut, hat Hand und Fuss. Rückschläge wie ebendiese Olympischen Spiele analysiert er und zieht seine Schlüsse daraus. «Genoni weiss, was es braucht, um den Schalter umzulegen. Er hat schon mehrmals bewiesen, dass er ein Meistergoalie ist», sagt der ehemalige Torhüter Lars Weibel, der 1999 mit Lugano und 2002 mit Davos den Titel gewann.

Dass sich Genoni von der Enttäuschung in Pyeongchang erholt hat, zeigt ein Blick in die Zahlen: Nachdem der 30-Jährige bereits in der Qualifikation die beste Fangquote aller NLA-Torhüter aufwies, steht er auch nach der ersten Playoff-Runde als statistisch bester Goalie da. In den fünf Playoff-Partien gegen Servette parierte er rund 96 Prozent aller Schüsse und liess nur sieben Gegentore zu. Bern geht als Favorit in die Halbfinalserie gegen die ZSC Lions. Auch, weil Genoni zum richtigen Zeitpunkt in Topform ist und im Vergleich mit seinem Gegenüber Lukas Flüeler stärker einzuschätzen ist.

Lukas Flüeler: der Spätzünder

Lukas Flüeler kassierte in den ersten Partien einige Treffer. (Bild: (freshfocus))

Lukas Flüeler kassierte in den ersten Partien einige Treffer. (Bild: (freshfocus))


ZSC Lions Die Zürcher stehen etwas überraschend in den Halbfinals. Nach einer enttäuschenden Qualifikation spielten sie sich gegen den letztjährigen Finalteilnehmer Zug im Playoff-Viertelfinal in einen Rausch. Symbolisch dafür steht die Entwicklung von Goalie Lukas Flüeler. In den ersten beiden Partien gegen die Zuger musste der 29-Jährige acht Treffer einstecken. In den folgenden drei Partien nur noch deren vier. «Flüeler hat eine bescheidene Qualifikation hinter sich», so Weibel. «Aber er ist mental sehr robust und kommt zur richtigen Zeit an sein früheres Leistungsniveau heran.»

Am Ursprung der steigenden Leistungskurve von Flüeler steht der Trainerwechsel von Hans Wallson zu Hans Kossmann zum Jahreswechsel. Zuvor war Flüeler nicht unumstritten und fand sich öfters als Ersatz wieder. Von den 50 Spielen in der Qualifikation stand er nur 32-mal auf dem Eis. «Der Trainerwechsel hat sein Selbstvertrauen gestärkt. Das ist bei ihm entscheidend, denn die Grösse und die Technik bringt er mit», so Weibel. Es hat also gedauert, bis Flüeler in dieser Saison auf Touren gekommen ist. Im Halbfinal trifft er mit Leonardo Genoni auf den einzigen Goalie, der im Playoff eine bessere Fangquote aufweist. Aber: In den vier Partien zwischen Bern und den ZSC Lions in der Qualifikation siegten die Zürcher dreimal.

Heute Abend spielen die Bieler um Goalie Jonas Hiller gegen den HC Lugano. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Heute Abend spielen die Bieler um Goalie Jonas Hiller gegen den HC Lugano. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.