EISHOCKEY: HC Thurgau hat Platz vier im Visier

Der HC Thurgau steht dank eines hart erkämpften 2:1-Siegs gegen die GCK Lions bereits sechs Runden vor Ende der Qualifikation als Playoff-Teilnehmer fest. Nun spielt er mit guten Chancen um den Heimvorteil.
Matthias Hafen
Thurgaus Verteidiger Simon Schnyder stört GCK-Stürmer Kaj Suter erfolgreich. (Bild: Mario Gaccioli)

Thurgaus Verteidiger Simon Schnyder stört GCK-Stürmer Kaj Suter erfolgreich. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Wenn der grösste Aufreger in einem ganzen Drittel ein abgelenkter Puck ist, der im VIP-Bereich an Gläsern und Suppenschüsseln vorbeizischt, dann muss ein Farmteam zu Gast sein beim HC Thurgau. Spiele gegen die Nachwuchsequipen der NLA-Clubs sind oft unattraktiv für die Zuschauer, aber immer schwer zu gewinnen. So auch gestern beim 2:1 gegen die GCK Lions.

Deshalb zum Essenziellen: Mit dem vierten Sieg in Serie qualifizierte sich der HC Thurgau schon sechs Runden vor Ende der Regular Season fürs Playoff – so früh wie lange nicht mehr. Und nicht nur das. Weil der NLB-Fünfte La Chaux-de-Fonds gestern in Olten Punkte liegen liess und das viertplatzierte Ajoie erst heute im TV-Livespiel in Rapperswil-Jona antritt, grüssen die Thurgauer momentan von Platz vier. Platz vier! Das muss man sich zuerst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Gut möglich, dass sie im Playoff-Viertelfinal sogar Heimvorteil geniessen.

Disziplin in der Defensive matchentscheidend

Dieser Erfolg ist der Mannschaft von Trainer Stephan Mair besonders hoch anzurechnen. Denn mit Sami El Assaoui, Sacha Wollgast und Captain Patrick Parati fehlen ihr derzeit die drei nominell stärksten Verteidiger verletzungsbedingt. Das merkte man dem HCT gestern gegen die GCK Lions kaum an. Und wenn schon, dann, weil sich jeder auf dem Eis noch ein bisschen mehr der Defensivarbeit widmete. So viel Disziplin sah man beim HC Thurgau in den vergangenen Jahren nur ganz selten.

Gewiss, Mairs Equipe hat in dieser Saison schon spektakulärer gewonnen. Doch es passt zur Philosophie des Südtiroler Trainers, dass einer der wichtigsten Erfolge ein typischer Arbeitssieg war. Denn auch wenn «nur» die GCK Lions gegenüber standen, so verursachten die Zürcher den Thurgauern viel Arbeit.

Der verirrte Puck im VIP-Bereich blieb nämlich nicht ganz der einzige Aufreger im Startdrittel. 20 Sekunden vor der Pause erzielten die Gäste praktisch aus dem Nichts das 1:0. Yannick Brüschweiler nutzte einen Abpraller zur Gästeführung. Dies, nachdem die Zürcher zuvor drei Powerplays so ziemlich chancenlos hatten verstreichen lassen. So entwickelte sich, wenn schon keine spektakuläre, dann immerhin eine spannende Begegnung.

Neher nach verhaltenem Start der Matchwinner

Wie schon so oft in dieser Saison liess sich der HC Thurgau durch den Rückstand nicht beirren und vertraute auf seine Fähigkeiten. Es ist dieses Selbstvertrauen, das die Mannschaft so stark macht. Und einmal mehr wussten Mairs Mannen zu reagieren. Gleich das erste Powerplay nutzten sie in der 23. Minute zum Ausgleich. Cam Braes spielte mit einem genialen Backhand-Pass durch den Slot seinen kanadischen Landsmann Jaedon Descheneau frei, der GCK-Goalie Wolfgang Zürrer zum 1:1 bezwang.

Das neue Skore nahmen die Gäste zum Anlass, ein zehnminütiges Angriffsfurioso zu starten. In diesem retteten der Pfosten (bei Bryan Peters Schuss in der 28. Minute) und mehrmals auch Goalie Janick Schwendener für Thurgau. Aber mitten in die Druckphase der GCK Lions schwang sich Lars Neher als Matchwinner empor. Der Stürmer, der nach verhaltenem Start an beiden Thurgauer Toren beteiligt war, verwertete in der 39.Minute einen Abpraller zum letztlich entscheidenden 2:1. Die Vorarbeit leisteten Adrian Brunner und Toms Andersons. Der Rest des Spiels war starke (Abwehr-)Arbeit, die mehr als 915 Zuschauer verdient gehabt hätte.

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