EISHOCKEY: HC Thurgau fährt mit neuem Stürmer nach Biasca

Der HC Thurgau tritt heute um 20 Uhr bei den Ticino Rockets an. Im Tessin könnte Niklas Maurenbrecher debütieren.
Matthias Hafen

Es ist ein Transfermarkt, der ganze Meisterschaften verfälschen kann. Im Hinblick aufs Playoff nehmen die NLB-Clubs – husch-husch – noch Spieler ins Kader, die später bei Bedarf eingesetzt werden können. Meist stammen sie von den Teams, die keine Chance aufs Playoff mehr haben. Der HC Thurgau entzieht sich diesem sportlich etwas fragwürdigen Trend grösstenteils. Einerseits, weil die Ostschweizer schlicht kein Budget haben, um alleine fürs Playoff nochmals mehrere tausend Franken aufzuwerfen. Vor allem aber möchten sie mit jenen Spielern in die Meisterschaftsentscheidung, die ihnen auch den Weg dorthin geebnet haben, wie Vizepräsident Max Hinterberger sagt.

Ganz entziehen konnte sich der HCT der Verpflichtung eines zusätzlichen Spielers aber nicht. Im Wissen, dass bei weiteren Verletzungen die Personaldecke sehr schnell sehr dünn wird, wurde bis Ende Saison der 22-jährige Stürmer Niklas Maurenbrecher unter Vertrag genommen. Der frühere Junior des EV Zug gehört seit 2016 dem NLB-Kader der EVZ Academy an, verbrachte aber die ganze bisherige Saison beim EHC Seewen in der MySports-League. Dies aufgrund einer langwierigen und hartnäckigen Erkrankung, die Maurenbrecher komplett auskurieren musste.

Idealer Moment, um sich ans Niveau heranzutasten

Der 1,92 Meter grosse und 83 Kilogramm schwere Neuzuzug wäre bereits heute im Auswärtsspiel gegen die Ticino Rockets für den HC Thurgau spielberechtigt. Ob Maurenbrecher aber auch tatsächlich zum Einsatz kommen wird, wollen die Trainer erst am Spieltag entscheiden. Vielleicht wäre es der ideale Einstieg, um sich ans höhere Niveau zu gewöhnen. Das Farmteam der NLA-Clubs Ambrì und Lugano liegt abgeschlagen am Ende der NLB-Tabelle. Der Rückstand der Squadra aus Biasca auf die fünftplatzierten Ostschweizer beträgt sagenhafte 45 Punkte.

Nimmt man die letzten zwei Auftritte gegen die GCK Lions und die EVZ Academy als Massstab, muss man sich heute um den HC Thurgau keine Sorgen machen. Die Mannschaft erledigte ihre Pflichtaufgaben zuletzt souverän. Dank mittlerweile fünf Siegen in Folge kämpft sie noch guten Mutes um den Heimvorteil im Playoff. Das viertplatzierte, kriselnde Olten ist drei Punkte entfernt, der Tabellendritte Ajoie auch nur vier Punkte.

Der HC Thurgau tut auf jeden Fall gut daran, die Punkte aus dem Tessin mitzunehmen. Nach dem Heimspiel am Sonntag gegen Winterthur folgen die letzten drei Partien der Regular Season gegen Rapperswil-Jona, Langenthal und La Chaux-de-Fonds – ein happiges Schlussprogramm.

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