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EISHOCKEY: Gekommen, um zu gehen

Nach David Aebischer im Jahr 2014 beendet ein weiterer Grosser des Schweizer Eishockeys seine Karriere beim HC Thurgau. Daniel Steiner nimmt heute im Heimspiel gegen die Ticino Rockets Abschied.
Matthias Hafen
In Daniel Steiners 19-jähriger Profikarriere war der HC Thurgau die einzige Station in der NLB. (Bild: Mario Gaccioli (Kreuzlingen, 18. August 2017))

In Daniel Steiners 19-jähriger Profikarriere war der HC Thurgau die einzige Station in der NLB. (Bild: Mario Gaccioli (Kreuzlingen, 18. August 2017))

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Dass seine Karriere im Thurgau enden würde, war für Daniel Steiner schon vor seinem Engagement beim NLB-Club aus Weinfelden klar. Nach 19 Profijahren holte ihn die Realität aber schneller ein, als ihm lieb war. Der 37-jährige Berner sitzt gedankenversunken auf der verwaisten Spielerbank. Das letzte Training vor dem letzten Spiel seiner Karriere ist vorüber. «Eigentlich hatte ich vorgehabt, bis 40 Eishockey zu spielen», sagt Steiner. «Aber ich musste mir eingestehen, dass sich meine Prioritäten verschoben haben.»

Nach dem heutigen Spiel des HCT gegen die Ticino Rockets wird der 31-fache Schweizer Nationalspieler mit 806 Partien in den zwei höchsten Schweizer Ligen zu Buche stehen. Mit Ausnahme von dieser Saison bei Thurgau und einem Nordamerika-Jahr 2009/10 spielte Steiner ausnahmslos in der NLA – für Langnau, die ZSC Lions, Rapperswil-Jona, Lugano, Ambrì, Biel und Fribourg. «Da ist es nicht einfach, sich an die Nationalliga B zu gewöhnen.»

Vom Karriereende in Langnau geträumt

Der Berner spricht offen, wie er es schon immer getan hat. Das brachte ihm zuweilen den Ruf als schwieriger Spieler ein. Dabei ist Steiner nur aufrichtig. Er habe sich ein Karriereende bei seinem Stammclub SC Langnau ausgemalt, sagt der Stürmer mit 442 Skorerpunkten in der NLA. «Aber da war ich wohl zu naiv.» Auf höchstem Niveau ist Steiner längst kein gefragter Mann mehr. Bei Thurgau, unweit von seinem Wohnort Winterthur, wollte er seine alte Karriere ausklingen lassen und eine neue ankurbeln. Steiner bildet sich in Richtung Gesundheitscoaching weiter. Doch der Typ, der bei allem Vollgas gibt, musste einsehen, dass er nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Ab Januar will er sich nun ganz seinem Studium widmen. Deshalb suchte Steiner mit den Verantwortlichen des HC Thurgau das Gespräch. «Ich bin dem Club dankbar. Dank ihm kann ich meine Karriere ohne schlechtes Gewissen beenden.»

Den Schlussstrich zu ziehen, sei für ihn ein Prozess gewesen, sagt Steiner. Und er wäre nicht abgeschlossen, wenn er es in der NLB nicht noch einmal versucht hätte. Doch dann kamen andere Prioritäten: die Familie, das Leben nach dem Eishockey. «Ich konnte mich nicht mehr gleich motivieren wie noch in der höchsten Liga», so Steiner. Für den HC Thurgau war er trotzdem ein wichtiges Puzzle, kurbelte das Spiel an, brachte gute Laune ins Team. Nur mit dem Toreschies­sen wollte es nicht mehr so klappen. Am Ende fiel Steiner aus der Powerplay-Formation. «Ich hatte mir gewünscht, dass ich hier mehr bewirken kann», sagt er und schaut in die leere Güttingersreuti hinaus. Sie wird heute seine letzte grosse Bühne sein.

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