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EISHOCKEY: Fans tricksen den Fluch aus

Die Anhänger des HC Thurgau simulieren gegen Ajoie ein Auswärtsspiel, fahren dafür mit einem Bus durch den ganzen Kanton und sehen dann ihr Team mit 6:1 gewinnen. Dies nach vier Heimniederlagen in Folge.
Matthias Hafen
Mit dem Fanbus ans Heimspiel: Die Anhänger des HC Thurgau sind schon vor der Partie gegen den HC Ajoie guten Mutes. (Bild: Mario Gaccioli)

Mit dem Fanbus ans Heimspiel: Die Anhänger des HC Thurgau sind schon vor der Partie gegen den HC Ajoie guten Mutes. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Man muss schon ein bisschen verrückt sein für diese Idee: Da versammeln sich um 18 Uhr vor der Eishalle Güttingersreuti ein gutes Dutzend HCT-Fans, steigen in einen Minibus und fahren quer durch den Kanton, bevor sie um 19.15 Uhr wieder in Weinfelden ankommen. Das Ganze sollte eine Reise an ein Auswärtsspiel simulieren, gewann der HC Thurgau seit Jahresbeginn doch jede Begegnung auf fremdem Eis, während er 2018 zu Hause jedes Mal als Verlierer hervorging. Gestern wurde dieser Bann nun gebrochen. Und wie!

Thurgau besiegte das viertplatzierte Ajoie gleich 6:1. Herausragend aus einem spielfreudigen Kollektiv waren die Kanadier Jaedon Descheneau und Cam Braes. Sie orchestrierten jeden Thurgauer Treffer und kamen gemeinsam auf schier unglaubliche elf Skorerpunkte in einem Spiel. Etwas, das man eher von Ajoies Kanadiern Jonathan Hazen und Philip-Michaël Devos erwartet hätte. Kein anderes NLB-Team ist stärker von ihren Ausländern abhängig als die Jurassier.

Thurgaus Offensive spielt sich in einen Rausch

Hazen/Davos hatten gestern für einmal nichts zu bestellen. Sie wurden von einer gut organisierten HCT-Defensive in Schach gehalten und hatten selbst im Powerplay keine Durchschlagskraft. Die wenigen gefährlichen Schüsse, die aufs Tor kamen, entschärfte Goalie Janick Schwendener in beeindruckender Manier.

Es war aber für einmal die Offensive des HC Thurgau, die das Eintrittsgeld besonders wert war. Sie spielte sich nach dem frühen 1:0 durch Descheneau (4.) und dem 2:0 zur perfekten Zeit durch Braes (19./bei angezeigter Strafe gegen Ajoie) in einen Rausch. Als Braes im Mitteldrittel innert drei Minuten auf 4:0 erhöhte, war das zu viel für Ajoies Goalie Dominic Nyffeler. Der ehemalige Thurgauer warf wutentbrannt seine Getränkeflasche übers Eis, lief schnurstracks in die Kabine und liess Trainer Gary Sheehan keine andere Wahl, als Ersatzmann Elien Paupe einzuwechseln. Die Nerven lagen blank bei den Jurassiern. Deshalb mussten Thurgaus Fans auch keine Angst haben, das Spiel ginge noch verloren.

Einzig nach Alain Birbaums 1:4 schöpften die Gäste Hoffnung. Immerhin haben sie den Heimvorteil im Playoff zu verteidigen. Doch wieder schlugen die Thurgauer im richtigen Moment zu. 49 Sekunden vor der zweiten Pause traf Andri Spiller in Überzahl zum 5:1. Der Widerstand war gebrochen. Braes erzielte zwei Sekunden vor der Sirene das 6:1 – wieder in Überzahl. Dank des ersten Heimsiegs 2018 bleibt der HC Thurgau Mitten im Gerangel um eine gute Playoff-Position. Beenden die Ostschweizer morgen in Visp nicht auch ihre beeindruckende Auswärtsserie, dann ist sogar Platz vier realistisch. Und die Fans sollten sich überlegen, ob sie ihre «Tour de Thurgau» von nun an nicht vor jedem Heimspiel durchführen wollen.

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