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EISHOCKEY: Das Wunder von Weinfelden

Dreieinhalb Minuten vor Schluss liegt der HC Thurgau gegen Olten 2:5 in Rückstand und sieht im Playoff-Viertelfinal die Felle davonschwimmen. Dann trifft er innert 86 Sekunden dreimal – und siegt noch 6:5.
Matthias Hafen
Lange hatten die Thurgauer Spieler gestern nichts zu jubeln. Dann machten sie aus einem 2:5 ein 6:5. (Bild: Mario Gaccioli)

Lange hatten die Thurgauer Spieler gestern nichts zu jubeln. Dann machten sie aus einem 2:5 ein 6:5. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen

matthias.hafen

@thurgauerzeitung.ch

Nach 68 Spielminuten und 22 Sekunden war das Publikum in der Eishalle Güttingersreuti total aus dem Häuschen. Thurgaus Stürmer Eric Arnold hatte in der Verlängerung soeben einen Nachschuss zum 6:5 verwertet. Sein Treffer brachte dem HC Thurgau nicht nur den Ausgleich in der Playoff-Serie gegen den EHC Olten und damit ein weiteres Heimspiel am kommenden Freitag. Das Tor gibt dem Team von Trainer Stephan Mair vor allem auch das Momentum zurück, dass es im ersten Heimspiel nach 3:1-Führung verspielt hatte.

Denn der 6:5-Sieg grenzt an ein Wunder, das Wunder von Weinfelden. In der 57. Minute hatte noch alles für Olten gesprochen. Mit einer 5:2-Führung im Rücken schaukelten die Gäste mehr oder weniger souverän dem dritten Sieg in dieser Best-of-7-Serie entgegen. Es wäre wohl die Vorentscheidung im Viertelfinalduell zwischen dem favorisierten Qualifikationsdritten und den sechstplatzierten Thurgauern gewesen. Doch mit Vorentscheidungen ist es so eine Sache.

Spiller – Parati – Spiller – und Olten war k. o.

Bei 56:35 bezwang Andri Spiller Oltens Goalie Matthias Mischler herrlich aus spitzem Winkel. Der verhaltene Jubel der Thurgauer deutete nicht darauf hin, was noch folgen sollte. 41 Sekunden später stocherte Verteidiger Patrick Parati an vorderster Front einen Puck an Mischlers Schoner vorbei über die Linie. Das 4:5 durch den HCT-Captain war die eigentliche Initialzündung für eine Aufholjagd, die ihresgleichen sucht. Denn weitere 44 Sekunden später – diesmal mit dem lautstarken Support des Heimpublikums – traf erneut Spiller zum 5:5-Ausgleich. Wieder bezwang er Oltens bedauernswerten Goalie Mischler hoch aus spitzem Winkel. Mit dieser Willensleistung machte der HC Thurgau beste Werbung für sich, für das NLB-Eishockey und für die Playoff-Zeit an sich.

Was die drei Treffer innert 86 Sekunden beim Gegner anrichteten, war in der Verlängerung zu sehen. Dort zitterten den Oltnern die Beine wie im zweiten Drittel noch den Thurgauern. Der HCT hingegen war wieder voller Selbstvertrauen und drückte mit Vehemenz auf den Siegtreffer.

Es ist dieser Wille gepaart mit dem Selbstvertrauen, der bislang jede der vier Viertelfinalpartien zwischen Olten und Thurgau entschieden hat. Und der HCT hat gestern mehr als nur ein Spiel der Best-of-7-Serie gewonnen. Das Erfolgserlebnis muss Balsam auf die Seele der Thurgauer sein.

Zunächst in alte Fahrwasser geraten

Denn vor der wundersamen Aufholjagd war das sichtlich verunsicherte Heimteam in alte Fahrwasser geraten, spielte Fehlpässe, sass oft auf der Strafbank und liess einmal mehr die Souveränität vermissen, mit der es etwa noch das erste Playoff-Spiel in Olten 4:2 gewonnen hatte. Doch anders als beim 1:4 am vergangenen Freitag zeigte der Löwe gestern zum Schluss wieder Biss.

Das nächste Spiel dieser Playoff-Serie findet am kommenden Mittwoch um 19.45 Uhr in Olten statt. Genug Zeit für die Thurgauer, ihre Batterien, aufzuladen. Genug Zeit aber auch für Olten, das Trauma vom Sonntagabend zu verarbeiten.

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