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EISHOCKEY: «Das Feuer brennt noch»

In der NLA war Daniel Steiner ein begnadeter Skorer und Enfant terrible. Nun, nach der Geburt seines Sohnes, beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Die Chance für den HC Thurgau auf einen Transfercoup.
Matthias Hafen
Im Testspiel gegen die Schwenninger Wild Wings trug Daniel Steiner die Nummer 29. (Bild: Mario Gaccioli)

Im Testspiel gegen die Schwenninger Wild Wings trug Daniel Steiner die Nummer 29. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

778 Spiele in der NLA, 442 Skorerpunkte und 31 Einsätze mit der Schweizer Nationalmannschaft. Einen Spieler mit diesem Palmarès hatte der HC Thurgau nicht auf der Rechnung für die Saison 2017/18. Doch unverhofft kommt oft. Und so steht der Ostschweizer NLB-Club vor einem Transfer, der ihn einen bedeutenden Schritt weiterbringen könnte.

Die Geschichte dreht sich um Daniel Steiner, 36-jährig, «Bärner Gieu», Eishockeyspieler aus Leidenschaft. Seit 1999 und seinem NLA-Début beim SC Langnau spielt der Flügelstürmer in der höchsten Schweizer Liga. Beim einzigen Unterbruch, 2009/10, versuchte Steiner sogar in Nordamerika Karriere zu machen. Doch so weit kam es nicht. Und waren früher sein Stammverein Langnau oder die Topclubs ZSC Lions und Lugano die Arbeitgeber, so hiessen sie zuletzt Ambri, Biel und Fribourg.

In Winterthur sesshaft geworden

Daniel Steiner ist im Herbst seiner Karriere. Doch er ist kein abgehalfterter Star. «Das Feuer brennt noch in mir», sagt er nach dem Training mit dem HC Thurgau. Der Berner, der bis im Frühling noch für Fribourg-Gottéron gespielt hat, hält sich derzeit in Weinfelden fit. Dass er das Eis nach der 90-minütigen Übungseinheit als einer der Letzten und erst nach einem individuellen Schusstraining verliess, sagt viel über seine Arbeitsmoral. Sie ist intakt – ebenso wie Steiners Motivation. «Ich komme nicht hierher, um meine letzte Saison zu spielen», sagt er. «Ich bin hier, weil ich noch Biss habe.»

Bei Thurgau klopfte er an, weil er mit seiner Frau in Winterthur sesshaft geworden ist und das Paar vor drei Monaten Eltern eines Sohnes wurde. «Das schränkt die Auswahl an Arbeitgebern natürlich ein.» Beim HCT spüre er Ambitionen, so Steiner. «Natürlich geht es hier nicht primär um Meistertitel. Aber es geht darum, mal wieder eine Playoff-Serie zu gewinnen.» Der Trainingsgast spricht, als würde er bereits zum Kader des HC Thurgau gehören. Dabei steht sein Engagement noch in den Sternen.

Das Powerplay gewinnt an Durchschlagskraft

«Wir waren überrascht, als wir seine Anfrage erhielten, ob er bei uns mittrainieren könne», sagt HCT-Geschäftsführer Patrick Bloch. Doch der sportliche Ausschuss, bestehend aus Bloch, Vizepräsident Max Hinterberger und Trainer Stephan Mair, sagte nach einem Treffen mit dem Spieler schnell zu. Und schon im ersten Testspiel, beim 4:2-Sieg gegen den DEL-Club Schwenningen, sah man, wie Steiner dem HC Thurgau helfen kann: Mit seiner Spielübersicht und im Powerplay an der blauen Linie. Zudem weiss der Powerflügel, wie man Tore schiesst. 288-mal hat er in Pflichtspielen schon getroffen.

«Das Toreschiessen kannst du nicht lernen. Das hast du im Blut. Und er hat es im Blut», sagt Thurgaus Geschäftsführer Bloch im Wissen um den Ruf des Routiniers. Steiner galt in der NLA als Enfant terrible, als einer, der schwierig im Umgang sei.

Auf dem Teamfoto dabei

Doch Steiner ist auch ein Spieler, der an einem Abend alleine das Eintrittsgeld wert sein kann. Und die Geburt seines Sohnes hat die Prioritäten in seinem Leben verschoben, wie er sagt. «Mir geht’s nicht ums Geld», sagt der frühere Profi, der sich heute im Gesundheits- und Ernährungsbereich weiterbildet. Seine Verpflichtung sollte deshalb nur noch Formsache sein. Dafür spricht auch, dass Steiner auf einem bei Twitter verbreiteten Teamfoto posiert. Und zwar nicht irgendwo, sondern mittendrin, direkt hinter Cheftrainer Mair.

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