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EISHOCKEY: Besser als je zuvor

Der HC Thurgau zeigt im ersten Playoff-Spiel in Olten eine herausragende Leistung und gewinnt 4:2. Weder ein 0:1-Rückstand noch die Faustschläge der Gegner bringen die Thurgauer von ihrem Weg ab.
Matthias Hafen
Lars Neher trifft in der 25. Minute zum 2:1. Von diesem Zeitpunkt an dominierten die Thurgauer den Favoriten Olten. (Bild: freshfocus)

Lars Neher trifft in der 25. Minute zum 2:1. Von diesem Zeitpunkt an dominierten die Thurgauer den Favoriten Olten. (Bild: freshfocus)

Die Vergangenheit lehrte den HC-Thurgau-Fan Demut und Bescheidenheit. Doch mit der fünften Playoff-Teilnahme in Folge hat eine neue Zeitrechnung begonnen. So einen HCT, wie er sich gestern zum Viertelfinalauftakt in Olten präsentierte, sah man lange nicht mehr. Die Mannschaft von Trainer Stephan Mair strotze vor Selbstvertrauen, bleib selbst dann ruhig, als sie in der 17.Minute 0:1 in Rückstand geriet und stand nach 60 Minuten als hochverdienter Sieger da.

Nicht nur das: Die Art und Weise, wie die Ostschweizer zum 4:2-Erfolg kamen, ging dem EHC Olten durch Mark und Bein. In den Schlussminuten verlor der über weite Strecken unterlegene Qualifikationsdritte völlig die Fassung und prügelte praktisch bei jeder Gelegenheit auf den Gegner ein. Doch selbst in diesem Bereich steckten die Thurgauer nicht ein, sondern gaben den Oltnern Hiebe zurück.

Wichtiger Ausgleich vor der ersten Pause

Vor allem aber überzeugte der HCT spielerisch. Nach besagtem Rückstand suchten die Gäste schnell den Ausgleich. Und das mit einer Vehemenz, wie man sie in früheren Jahren oft vermisst hatte. Der Qualifikationssechste zeigte sich in Olten nicht als verschupfter Aussenseiter, der einzig auf Fehler des Gegners wartete. Nein, die Thurgauer zwangen den Oltnern auf deren Eis ihr Spiel auf. Verrückt! So war es auch nicht Glück sondern Hartnäckigkeit, die zum wichtigen 1:1 durch Toms Andersons Sekunden vor der ersten Pause führte.

Olten war in diesem Spiel nicht chancenlos. Überhaupt nicht. Zu Beginn des zweiten Drittels spielte praktisch nur das Heimteam. Und es war Goalie Janick Schwendener zu verdanken, dass Thurgau in dieser Phase das Unentschieden hielt. Dann aber zeigten sich die Zeichen der neuen Zeitrechnung. Mit dem ersten Angriff im zweiten Drittel erzielte Lars Neher das 2:1 für die Gäste (25.). Dem Treffer ging ein grossartiger Effort von Adrian Brunner voraus, der den Puck im gegnerischen Drittel hielt. Mit genau dieser Effizienz, wie sie Thurgaus zweite Sturmlinie zeigte, gewinnt man Playoff-Serien.

Dieses Ziel ist spätestens seit gestern Abend nicht mehr utopisch für den HCT. Denn fünf Minuten nach Nehers Treffer hämmerte Jaedon Descheneau den Puck millimetergenau unter die Latte des Oltner Tors zum 3:1. Der Kanadier zeigte sich wie Landsmann Cam Braes zur richtigen Zeit in Hochform.

Oltner Publikum verlässt Stadion vorzeitig

Der Sieg kam jedoch dank einer bemerkenswerten Mannschaftsleistung zustande. Jeder half jedem aus, rackerte nach vorne, arbeitete nach hinten. So kam es, dass der Favorit Olten gar nicht mehr gross ins Spiel fand, geschweige denn sich Torchancen erarbeiten konnte. Und so wirklich hinter seiner Mannschaft steht das Publikum der Powermäuse offensichtlich auch nicht. Als Eric Arnold in der 51. Minute zum 5:1 traf – er konnte seinen Abstauber vor dem Tor richtig zelebrieren, weil kein Gegenspieler bei ihm stand –, da hatte ein Teil der Zuschauer das Kleinholz bereits verlassen. Die Oltner mussten fast noch froh sein, stand am Ende der Partie überhaupt noch jemand auf der Heimtribüne.

Ganz anders sah es im Gästesektor aus. Der war so gut gefüllt, als wäre der halbe Thurgau mit nach Olten gereist. Und wie es bei diesem Spielstand nicht anders zu erwarten war, feierten die lautstarken Anhänger in Grün und Gelb ihre Mannschaft bis zur Schlusssirene und darüber hinaus. Oltens 2:4 durch Jay McClement in den Schlusssekunden im Powerplay war für die Statistik.

Der HC Thurgau hat damit einen ersten grossen Schritt getan im Playoff-Viertelfinal gegen Olten. Er ist verheissungsvoll, mehr aber auch nicht in einer Serie, die über sieben Spiele gehen kann. Ebenso wichtig wird es sein, die gestrige Leistung vor heimischem Publikum zu bestätigen. Die zweite Begegnung findet am Dienstag um 19.45Uhr in Weinfelden statt.

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