Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Ausgeruht gegen Deutschland

Was zu sagen ist, ist gesagt. Was geübt werden muss, ist geübt. Also gönnt Nationaltrainer Patrick Fischer den Spielern vor dem Achtelfinal gegen Deutschland einen freien Tag. Geht das?
Klaus Zaugg, Gangneung
Aktion aus dem Spiel gegen Tschechien mit dem Schweizer Dominik Schlumpf (vorne). (Bild: Julio Cortez/AP)

Aktion aus dem Spiel gegen Tschechien mit dem Schweizer Dominik Schlumpf (vorne). (Bild: Julio Cortez/AP)

Klaus Zaugg, Gangneung

Warum noch üben? Wozu noch lange Theoriestunden? Ralph Krueger war Nationaltrainer und NHL-Chefcoach. Er sagt: «Heute hören die Spieler höchstens noch fünf Minuten aufmerksam zu.» Das sei die neue Zeit mit den vielen Ablenkungen. Auch Pa­trick Fischer hat nach der 1:4-Niederlage gegen Tschechien geklagt, dass das, was er vor dem Spiel, in der ersten und in der zweiten Pause gesagt habe, im Schlussdrittel immer noch nicht umgesetzt worden sei. Die logische Konsequenz: Der Schweizer Nationaltrainer hat gestern vor dem alles entscheidenden Spiel gegen Deutschland heute um 13.10 Uhr Schweizer Zeit seinen Spielern frei gegeben.

Ein Spektakel ist nicht zu erwarten

Am Tag vor dem Spiel nicht mehr üben? Geht das? Der Chronist ist kein Trainer. Er hütet sich deshalb vor Polemik, und er hat ­einen erfahrenen und erfolgreichen Eishockeytrainer unter Wahrung der Anonymität um eine Stellungnahme gebeten. Und die lautet so: «Ich würde ein leichtes, kurzes Training von circa 45 Minuten absolvieren. Dies wäre für den einzelnen Spieler circa 15 bis 20 Minuten Bewegung. Ich glaube, dass dies keine Ermüdung hervorruft, eher den Rhythmus fördert. Spielentscheidend wird es aber nicht sein.» Ein freier Tag wird also vom Fachmann nicht empfohlen. Aber wahrscheinlich hat das auch keine schädlichen Nebenwirkungen. Und wie stehen die Chancen? Die von der NHL-Legende Marco Sturm gecoachten Deutschen haben wie die Schweizer zweimal verloren und einmal gewonnen. Aber ihre Niederlagen sind ehrenvoller: 2:5 gegen Finnland und 0:1 gegen Schweden. Gegen Norwegen siegten sie 2:1. Das Gesamttorverhältnis – Deutschland 4:7, Schweiz 10:9 – lässt vermuten, dass es kein offenes Spektakelspiel wird. Eher ein Kampf der Kulturen. Helvetisches Tempo gegen teutonische Ordnung und Kampfkraft. Ausschwärmende offensive eidgenössische Kavallerie gegen ein gut organisiertes deutsches Karree.

Niederlage im Olympia-Testspiel

Am Tag der Abreise haben die Schweizer in Kloten ein Testspiel gegen Deutschland 1:2 nach Verlängerung verloren. Captain Raphael Diaz sagt, er sei überrascht gewesen, wie aggressiv die Deutschen im Forechecking, in der offensiven Störarbeit waren. Nun gelte es, die Scheibe zu behaupten und sich schnell aus der eigenen Zone zu lösen. Will heissen: den Gegner vom eigenen Tor fernhalten. Gewinnt die Schweiz, wartet im Viertelfinal Schweden.

Die Stimmung lässt sich am ehesten mit trotzigem Selbstvertrauen umschreiben. Alle wissen, dass sie gut genug sind, um zu gewinnen. Aber unter der ruhigen Oberfläche der Zuversicht gibt es nach dem 1:4 gegen Tschechien auch gut spürbare Unterströmungen des Zweifels.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.