EISHOCKEY: Aufholjagd kommt zu spät

Der SC Rheintal verliert unglücklich sein Auswärtsspiel 2:3 (0:2, 0:1, 2:9), und der Leader Herisau zieht in der Tabelle davon.

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Das Tor wäre offen gewesen, um dem Leader ein Bein zu stellen. (Bild: Sepp Schmitter)

Das Tor wäre offen gewesen, um dem Leader ein Bein zu stellen. (Bild: Sepp Schmitter)

Zwei bis in die Haarspitzen motivierte Teams legten ein horrendes Tempo vor, zeigten ein Spiel mit Rasse und Klasse. Das hätte noch lange so weiter gehen können, wenn die Spielleitung nicht eingegriffen hätte. Eine klein­liche Strafe gegen den SCR, ein mustergültiges Powerplay der Appenzeller: 1:0. Mit zwei weiteren Strafen wurde der SCR in die Defensive gedrängt, konnte aber weitere Gegentreffer verhindern. Die Rheintaler bekamen richtiggehend Berührungsängste, um keine weiteren Strafen zu riskieren. Herisau hingegen konnte ohne Probleme schalten und walten. Dann kam zum Unglück auch noch Pech hinzu. Ein harmloses «Schüsschen» von der Seite wurde vom Schlittschuh eines SCR-Verteidigers ins eigene Tor abgelenkt. 2:0, diesen Schock musste die Mannschaft erst einmal verkraften. SCR-Trainer Roger Nater, der im Hinblick auf die Playoffs experimentierte und seine Linien etwas umgestellt hatte, versuchte in der Pause wieder Ordnung in seine Reihen zu bringen. Es ging im gleichen Stil weiter, nach zwei Minuten eine Strafe für «ich weiss nicht warum» – und das 2. Überzahltor bedeutete 3:0 für die Appenzeller.

Entscheidendes Tor im Mitteldrittel

Damit war natürlich die Motivation der Rheintaler erst einmal eingebremst, doch das Hinspiel zeigte, dass drei Tore aufgeholt werden können. Die Rheintaler bekamen nun auch einmal Gelegenheit fürs Überzahlspiel, doch die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor, zu kompliziert wurde das Powerplay aufgezogen. Auch beste Konterchancen wurden kläglich versiebt. Ausgerechnet Teamsenior Stefan Strebel zeigte den Jungen wie es gehen könnte. Mit einem Energieanfall zog er davon und konnte Marc Klingler im Herisauer Tor bezwingen. Bei dieser Aktion verletzte sich der Torhüter und musste ausgewechselt werden. Fabian Lütscher im SC-Rheintal-Tor konnte sich bewähren, er parierte einen Penaltyschuss und hielt damit seine Farben im Spiel.

Aufholjagd im Schlussdrittel

Eine weitere Strafe gegen die Rheintaler nutzte wiederum Stefan Strebel, der seinen Sololauf mit dem zweiten Treffer krönte – und das nach sieben Sekunden Unterzahl. Noch waren zwölf Minuten zu spielen, genügend Zeit, um etwas zu bewirken. Herisau verpasste es, den Sack zuzumachen, und die Rheintaler spielten zu kompliziert und konnten nicht einmal im Powerplay den Ausgleich bewerkstelligen. So lief die Zeit für die Appenzeller, sogar so schnell, dass nach dem vermeintlichen Ende noch zwei Sekunden nachgespielt wurden, weil die Uhr weitergelaufen war. Ein Spiel, das auf 1.-Liga-Niveau begonnen hatte, wurde durch viele Strafen auf Normalmass reduziert, oder anders gesagt «verpfiffen». Dem SC Herisau ist der Gruppensieg sicher, für die Rheintaler folgt schon morgen Dienstag das nächste Spiel gegen Kreuzlingen in Widnau. (schm)

2. Liga, Gruppe 2

SC Herisau – SC Rheintal 3:2

Sportzentrum Herisau – Zuschauer: 487 – SR: Hagnauer, Lebeda.

Tore: 7. Pace, (Speranzino, Popp R.) 1:0, 16. Koller T. 2:0, 24. Koller M. (Popp R.) 3:0, 42. Strebel 3:1, 48. Strebel 3:2.

Strafen: Herisau 7×2 Minuten; SC Rheintal: 10×2 Minuten.

SC Rheintal: Lütscher (Metzler), Sutter, Moser, Binder, Schawalder, D. Bartholet, S. Bartholet, Obrist, Holenstein, Strebel, Bärtsch, Diener, Stoop, Paul, Breitenmoser, Pfeiffer, Knöpfel, Ströhle, Sabanovic, Berweger, Coach: Roger Nater.