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Kommentar

Arno Del Curto zu den ZSC Lions – der clevere Schachzug des Königs von Davos

Paukenschlag im Schweizer Eishockey: Vor kurzem nach über 20 Jahren als Trainer des HC Davos zurückgetreten, heuert Arno Del Curto bei den ZSC Lions an. Eigentlich kann der Bündner nur gewinnen.
Sergio Dudli
Sergio Dudli, Sportredaktor. Bild: Ralph Ribi

Sergio Dudli, Sportredaktor. Bild: Ralph Ribi

Arno Del Curto ist der neue Trainer der ZSC Lions. Eine Entwicklung, wie sie vor wenigen Wochen noch ins Reich der Märchen verbannt worden wäre. Ein Aprilscherz, über den niemand gelacht hätte, weil er so unrealistisch schien, dass ihm sämtliche Komik abhandengekommen wäre.

Doch es kommt bekanntlich alles anders, als man denkt. Ende November dominierte eine Nachricht die Stammtische: Arno Del Curto verlässt nach über 22 Jahren den HC Davos. Er, der dem in die Bedeutungslosigkeit abgerutschten Club wieder ein Gesicht gab. Er, der mit seiner Spielphilosophie das moderne Offensiveishockey in die Schweiz brachte. Er, den sie in den Bündner Bergen auf Händen getragen haben. Arno Del Curto war der König von Davos. Doch die anhaltende Erfolgslosigkeit und die fehlende Aussicht auf einen sportlichen Aufschwung haben den König gestürzt. Es war eine einzigartige Geschichte ohne Happy End.

Nun wagt sich Del Curto nach Zürich – zum zweiten Mal nach 1991 bis 1993. Er tauscht die Berge gegen die Betonwüste, die Jeder-kennt-jeden-Mentalität eines Dorfes gegen die Anonymität einer Grossstadt. Bei den ZSC Lions herrscht trotz geringerer Höhenlage ein raueres Klima als in Davos. Der amtierende Meister ist angeschlagen, dümpelt zwischen Genialität und Grümpeli-Niveau. Die Launen der Grossverdiener bergen Frustpotenzial – und kosten nun Trainer Serge Aubin nach wenigen Monaten den Job. In Zürich ist die Zündschnur deutlich kürzer, das Pulverfass, auf dem man sitzt, wesentlich grösser. Mit Aubin gingen die Verantwortlichen in Zürich um Sportchef Sven Leuenberger ein Risiko ein. Ein Risiko mit einem Trainer, der weder die Liga noch die Gepflogenheiten bei den ZSC Lions kannte. Dass dieser Versuch gescheitert ist, interpretiert Leuenberger als persönliche Niederlage. Diese will er nun möglichst rasch vergessen machen.

Er übernimmt im Zürcher Hallenstadion: Arno Del Curto. (Bild: Keystone)

Er übernimmt im Zürcher Hallenstadion: Arno Del Curto. (Bild: Keystone)

In Arno Del Curto werden sie in Zürich den Heilsbringer sehen. Sein Name verspricht Erfolg und steht für Spektakel. Eine Vorstellung, welche die Herzen der Zürcher Anhänger in diesen tristen Tagen erwärmt. Doch der Name Arno Del Curto verpflichtet auch. Der 62-Jährige muss beweisen, dass er nicht nur junge Spieler aufbauen, sondern auch aus Stars eine homogene Mannschaft machen kann. Er muss zeigen, dass seine Magie nicht nur in der idyllischen Bergwelt funktioniert, sondern auch in der Stadt. Ein Vertrag bis zum Saisonende verdeutlicht, dass zumindest eine Seite Zweifel hegt, dass Del Curto auch in Zürich zum König werden kann.

Aber eigentlich kann der Bündner nur gewinnen. Erreicht er das Playoff oder gar mehr, zementiert er seinen Ruf als Erfolgstrainer. Bleiben die grossen Siege aus, werden die Fans die Schuld bei den Spielern suchen. Ganz nach dem Motto: «Wenn nicht einmal mit Arno, mit wem dann?» Auch wenn der Entscheid von Del Curto einige Augenbrauen nach oben schnellen lässt – es ist ein cleverer Zug des Davoser Königs.

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