Einzigartiger Elsässer

Wegen seiner (zu) grossen Brille und der über die Glatze gekämmten Haare ist Gilbert Gress weitherum bekannt.

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Der Schweizer Teamchef Gilbert Gress dirigiert seine Spieler im Final-Fussballspiel der Fussball-TV Soap "Der Match" des Schweizer Fernsehens zwischen der oesterrreichischen Prominenten Mannschaft und der Schweizer Legenden Mannschaft am Donnerstag, 5. Juni 2008, im Stadion Schnabelholz in Altach, Vorarlberg, Oesterreich. (KEYSTONE/Arno Balzarini) (Bild: ARNO BALZARINI (KEYSTONE))

Der Schweizer Teamchef Gilbert Gress dirigiert seine Spieler im Final-Fussballspiel der Fussball-TV Soap "Der Match" des Schweizer Fernsehens zwischen der oesterrreichischen Prominenten Mannschaft und der Schweizer Legenden Mannschaft am Donnerstag, 5. Juni 2008, im Stadion Schnabelholz in Altach, Vorarlberg, Oesterreich. (KEYSTONE/Arno Balzarini) (Bild: ARNO BALZARINI (KEYSTONE))

Wegen seiner (zu) grossen Brille und der über die Glatze gekämmten Haare ist Gilbert Gress weitherum bekannt. Nur hat sich der Grund für seine Bekanntheit verändert: Früher wurde Gress auf der Strasse als erfolgreicher Fussballer und Trainer erkannt, heute verdankt er seinen Ruhm der Werbung und seiner Tätigkeit als Experte des Schweizer Fernsehens. Eines aber ist bis zum heutigen Tag, an dem Gress seinen 70. Geburtstag feiert, gleich geblieben: Er ist ein eigenwilliger Mann, der mit seinem Witz durchaus Charme versprüht.

Bereits als Jugendlicher verfolgte Gress das Ziel, Fussballer zu werden und brach als 14-Jähriger die Schule ab. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte der Elsässer zwar noch eine kaufmännische Lehre, doch gleich nach dem Abschluss unterschrieb er seinen ersten Profivertrag – bei seiner fussballerischen Liebe Strassburg.

Drei Länderspiele

Als Aktiver feierte Gress mit Marseille zwei Meistertitel und einen Cupsieg, zudem spielte er dreimal für die französische Nationalmannschaft. Schöne Erfolge, doch bereits in seiner Aktivzeit waren oft mehr die Haare als seine fussballerischen Qualitäten ein Thema: So durfte er nicht mit an die WM 1966, weil er sich weigerte, die Haare zu schneiden.

Seine letzte Station als Aktiver führte Gress in die Schweiz, zu Xamax. Mit den Neuenburgern wurde er später als Trainer zweimal Meister. Viel wichtiger als die Erfolge in der Schweiz ist ihm allerdings jener aus dem Jahr 1979: Damals coachte er Strassburg zum Titel. Weil es der bisher einzige ist, wird Gress dort noch immer als Held gefeiert. Daran konnten auch die späteren erfolglosen Engagements nichts ändern – nicht einmal die Episode aus dem Jahr 2009, als er den Verein nach nur zwei Spielen wieder verliess.

Nie den Rücktritt erklärt

Seither fand der französisch-schweizerische Doppelbürger keinen Job mehr als Trainer. Weil er das nicht versteht, hat er nie seinen Rücktritt erklärt. Dass ihn ein Club unter Vertrag nimmt, scheint dennoch ausgeschlossen – zu sehr war er in den vergangenen Jahren mehr Unterhalter denn Fussballtrainer. Beliebt ist Gress aber wie eh und je. Trotz oder gerade wegen unmodischer Brille und spezieller Frisur. (mz)