Einwurf

Matthäus ist ein Fall für die Grasshoppers Und wieder hat es Lothar Matthäus nicht geschafft. Der deutsche Rekordnationalspieler, der sein Land 1990 in Italien zum WM-Titel führte, wird nicht Trainer des Karlsruher SC.

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Matthäus ist ein Fall für die Grasshoppers

Und wieder hat es Lothar Matthäus nicht geschafft. Der deutsche Rekordnationalspieler, der sein Land 1990 in Italien zum WM-Titel führte, wird nicht Trainer des Karlsruher SC. Dieses Mal hat er sich sogar selber angeboten, aber nur Spott und Hohn vom Clubpräsidenten geerntet. So muss der 50-Jährige weiter damit leben, als Trainer in seiner Heimat keine Chance zu erhalten.

Dass er in Deutschland noch keinen Verein trainieren durfte, liegt in seinen Augen nicht an mangelnder Fachkompetenz. Vielmehr sei die umfassende Berichterstattung über sein Privatleben dafür verantwortlich. Die Analyse mag zutreffen, doch Matthäus ist selber schuld. Denn er tut mit seinen jungen und ständig wechselnden Freundinnen viel dafür, den Klatschreportern Stoff zu bieten.

Matthäus ist indes nicht der einzige Rekordnationalspieler, der Mühe mit der Jobsuche hat. Auch Heinz Hermann, mit 118 Länderspielen Rekordhalter in der Schweiz, ist ohne Arbeit. Immerhin durfte Hermann hierzulande schon als Trainer arbeiten und mit Vaduz stieg er sogar in die Super League auf. Und in Österreich darf Andreas Herzog zwar die U21 betreuen, zu mehr reichte es ihm noch nicht. Er haderte zuletzt mit dem Verband, als dieser Marcel Koller statt seiner zum Nationaltrainer machte.

Mittlerweile gäbe es für die drei Rekordhalter in der Schweiz aber einen Verein, an den sie sich wenden könnten: die Grasshoppers. Bei den Zürchern ist es en vogue, ehemalige (arbeitslose) Spieler zu beschäftigen. So hat Ciriaco Sforza trotz sportlichem Misserfolg eine Job-Garantie als Trainer, Johann Vogel darf sogar mittrainieren und Alain Sutter berät ein bisschen. Fehlen nur noch Kubilay Türkyilmaz als Juniorentrainer und Charly In-Albon als Platzwart.

Markus Zahnd