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Schlecht gelaunt zum Olympiasieg Mit Beachvolleyball verbinden viele vor allem Strand, Sonnenschein, Lässigkeit und gute Laune. Entspannt ist normalerweise auch Kerri Walsh und erfolgreich ist die Amerikanerin noch dazu.

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Schlecht gelaunt zum Olympiasieg

Mit Beachvolleyball verbinden viele vor allem Strand, Sonnenschein, Lässigkeit und gute Laune. Entspannt ist normalerweise auch Kerri Walsh und erfolgreich ist die Amerikanerin noch dazu. So gewann sie mit Misty May-Treanor in London zum drittenmal in Serie olympisches Gold. Allerdings hatte sie den jüngsten Erfolg nicht ihrer guten Laune zu verdanken. Sie sei launisch und reizbar gewesen, verriet sie einem amerikanischen TV-Sender. Der Grund ihrer miesen Stimmung war ein erfreulicher: Walsh war in London in der fünften Woche schwanger. Davon gewusst habe sie jedoch nicht. Ihre Spielpartnerin habe es wegen der Stimmungsschwankungen allerdings geahnt.

Walsh war in London nicht die einzige schwangere Athletin. Bei der malaysischen Schützin Suryani Mohamed Taibi waren die Umstände nicht mehr zu übersehen, sie befand sich im achten Monat. Und Walsh ist auch nicht die erste, die schwanger eine olympische Goldmedaille gewinnt. Das gelang 2000 auch Brigitte McMahon. Die Schweizerin gebar acht Monate nach ihrem Sieg im Triathlon ihre zweite von mittlerweile drei Töchtern.

Weder Walsh noch McMahon wussten bei ihren Siegen, dass sie guter Hoffnung waren. Dabei könnte die Schwangerschaft durchaus zu den Erfolgen beigetragen haben. Denn während der Schwangerschaft steigt die Nandrolon-Produktion markant an, was wie Doping wirkt. So sind aus der damaligen DDR Fälle bekannt, dass Sportlerinnen vor den Wettkämpfen zur Leistungssteigerung geschwängert und die ungeborenen Kinder dann wieder abgetrieben wurden. Eigentlich ist es aber unfair, eines der dunkleren Kapitel der Sportgeschichte mit dem Glück von Walsh in einem Zusammenhang zu nennen. Daher kurz und einfach: Herzliche Gratulation, Kerri Walsh!

Markus Zahnd