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WM am Kaminfeuer statt am Grill Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Bald soll bekannt werden, dass im Jahr 2022 die Partien der Fussball-WM ab Mitte Januar ausgetragen werden.

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WM am Kaminfeuer statt am Grill

Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Bald soll bekannt werden, dass im Jahr 2022 die Partien der Fussball-WM ab Mitte Januar ausgetragen werden. Was Fachleute sofort nach der Vergabe der Titelkämpfe nach Qatar anmerkten, ist nun auch bei der Fifa angekommen. Am Persischen Golf herrschen im Sommer Temperaturen von bis zu 50 Grad. Das ist weniger für die Fussballer und ihre Betreuer ein Problem. Weil im Emirat das Geld vorhanden ist, sind die Temperaturen fast wie in den eigenen vier Wänden je nach Vorliebe regulierbar. Partien und Trainings könnten in auf 21 Grad temperierten Spielstätten stattfinden.

Nur den Leuten ausserhalb der Stadien droht ein Hitzschlag. Den lokalen Organisatoren und der Fifa ist das Risiko nun also zu gross, dass Besucher aus Europa in den Fanzonen gleich reihenweise umkippen. Jedem Touristen bei der Einreise eine Klimaanlage im Taschenformat mitzugeben, würde selbst das Budget der Katarer sprengen. Dann doch lieber eine Fussball-WM im Januar bei Temperaturen um die 17 Grad.

Die Europäer haben nun neun Jahre Zeit, sich auf das TV-Erlebnis «WM-Fussball am Kaminfeuer statt am Grill» vorzubereiten. Keine Freude am wohl baldigen Entscheid der Fifa dürften die Skirennfahrer, Langläufer, Eisschnellläufer oder Eishockeyspieler haben. Ihnen erwächst während der Saison mit der Fussball-WM eine Konkurrenz, der sie kaum die Stirn bieten können. Beklagen dürfen sie sich allerdings nicht. Sie selber tragen im kommenden Jahr ihre Olympischen Spiele in Sotschi aus. Die Winter am Schwarzen Meer sind mild. Die russische Stadt liegt auf dem selben Breitengrad wie Nizza – und wäre damit ebenfalls prädestinierter für Schwimmwettkämpfe als für Wintersport. Patricia Loher

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