«Einer der besten Trainer, die es gibt»

Ludovic Magnin ist nach seiner Aktivkarriere ins Trainermetier eingestiegen. Sein Vorbild ist Lucien Favre, mit dem er einst im Waadtland Tür an Tür gewohnt hat. Favre tritt heute ab 21.05 Uhr in der Europa League mit Mönchengladbach beim FC Zürich an.

Ueli Zoss
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FUSSBALL. Ludovic Magnin trainiert die U18 des FC Zürich so leidenschaftlich, wie er selbst 62mal für die Nationalmannschaft, in der Bundesliga und während zwei Saisons für den FC Zürich gespielt hat. Seine Anweisungen sind laut. Er korrigiert die Nachwuchsspieler während des Trainingsspiels bei taktischen Fehlern unerbittlich. Ebenso freut er sich über gelungene Aktionen wie ein kleines Kind.

Sein Idol ist Lucien Favre. Der ehemalige Erfolgscoach des FC Zürich kehrt heute in der Europa League mit Mönchengladbach an seine frühere Wirkungsstätte zurück. «Für mich ist Favre einer der besten Trainer, die es gibt», sagt Magnin. Er mache eigentlich alles richtig. «Er sieht das Spiel und kennt die Stärken und Schwächen des Gegners.» Favre werde einmal eine «ganz grosse» Mannschaft übernehmen.

Gemeinsame Herkunft

Vielleicht hängt das Sonderlob auch damit zusammen, dass Magnin und Favre in der waadtländischen 755-Seelengemeinde Saint-Barthélemy Tür an Tür gewohnt haben. «Er war oft bei uns zu Hause.» Im Fussball sei Favre für ihn ein «väterlicher Freund» geworden. Der Erfolg stellte sich rasch ein: Als 17-Jähriger schaffte Magnin unter Favre mit Yverdon den Aufstieg in die NLA. Später spielte er in der Bundesliga gegen seinen Lehrmeister. Mit Stuttgart holte Magnin 2007 den Meistertitel, in der Saison danach übernahm Favre den Trainerjob bei Hertha Berlin. Magnin kann sich nicht erinnern, nochmals gegen Hertha Berlin gewonnen zu haben. Favre habe das Spiel der Stuttgarter stets durchschaut.

Wie zu Günter Netzers Zeiten

Auch mit Mönchengladbach bekam es Magnin oft zu tun. Geblieben ist ihm die Erinnerung an die Auswärtsspiele in der Meistersaison 2004 mit Bremen. «Es wehten wegen Goalie Jörg Stiel Hunderte von Schweizer Fähnchen im Stadion.» Sein Nationalteam-Kollege sei der Publikumsliebling gewesen. Die rot-weisse Fangemeinde ist geblieben. Sie unterstützt nun Favre sowie die Nationalspieler Yann Sommer und Granit Xhaka. Mönchengladbach hat den besten Saisonstart seit 39 Jahren hingelegt. Favres Team ist, Europa League und Cup eingerechnet, seit zehn Spielen unbesiegt. In der Bundesliga rangiert es hinter Bayern München auf Platz zwei. Das Kader scheint so stark wie zu Zeiten der legendären Mannschaft von Mönchengladbach, angeführt von Günter Netzer. «Vom Budget her ist Gladbach gegen Zürich im Vorteil», sagt Magnin. «Abgänge der besten Spieler wie jener von Marco Reus zu Dortmund macht der Club dank der finanziellen Mittel wett.» Über einen Sieg des FC Zürich würde er sich aber genau so freuen wie über ein Wiedersehen mit Favre.