Nach Absage
Einen Hauch Engadiner: so können Langlauffans den traditionellen Skimarathon trotzdem erleben

Der Skimarathon von Maloja nach S-chanf musste erneut abgesagt werden. Die Organisatoren planen jedoch eine Alternative und stellen eine Zeitmessung zur Verfügung.

David Umiker
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Solche Scharen an Langläufern werden auch in diesem Jahr am Engadiner nicht zu sehen sein. Wegen der Absage planen die Organisatoren aber eine individuelle Möglichkeit.

Solche Scharen an Langläufern werden auch in diesem Jahr am Engadiner nicht zu sehen sein. Wegen der Absage planen die Organisatoren aber eine individuelle Möglichkeit.

Andy Mettler / swiss-image.ch

Zum Unmut aller Langlauffans mussten die Organisatoren am Mittwoch die Absage des 53. Engadiner Skimarathons bekannt geben. Zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie. Zum dritten Mal überhaupt. Zu unsicher sei die Entwicklung der Lage und die künftigen Regelungen für Anlässe. In diesem Jahr konnte die Absage aber genug früh geplant werden, um allen Fans ein alternatives Programm zu bieten. Den «Engadin Skimarathon - individual».

«Das ist kein Anlass und kein Wettkampf», betont der Geschäftsführer vom Engadin Skimarathon Menduri Kasper mehrmals. Damit spricht er an, dass der individuelle Marathon kein Ersatz für den Engadiner sei. Es werde keine Verpflegungsstände, keine Streckenposten und keine Strassensperrungen geben. Aber man wolle dennoch versuchen, einige Leute ins Engadin zu locken und den Fans eine Alternative bieten. Einen Hauch Engadiner sozusagen.

Individuell, aber mit Zeitmessung

Interessierte mit Jahrgang 2004 oder älter können sich online für 20 Franken anmelden, um in der Zeit vom 5. bis 14. März die 42 Kilometer von Maloja bis S-chanf zu laufen. Zwar individuell und ohne Wettkampf-Feeling, dafür immerhin mit Zeitmessung. Im Startraum werden draussen einige Ausgabestellen bereitstehen, wo angemeldete Personen ihren Zeitmesschip abholen können. Jeder läuft sein eigenes Rennen.

Es wird eine Art Start- und Zielbogen geben, allerdings ohne einen Startschuss. Die Läufer können an den jeweiligen Tagen zwischen acht und zwölf Uhr mittags starten, wann es ihnen beliebt. «Dadurch sollte es keine grösseren Massierungen geben», sagt Kasper. Das Ziel schliesst täglich um 15.00 Uhr und die Loipe ist derweil ganz normal für alle Personen zugänglich. Unter allen Teilnehmern verlosen die Veranstalter zudem diverse Preise, etwa Startplätze fürs nächste Jahr.

Zusätzlich ist ein Eliterennen geplant

Für den Sonntag, 14. März, prüft Kasper die Durchführung eines Eliterennens. Dieses hänge aber auch stark von den interessierten Profiathleten ab. Im Idealfall sollte das Rennen im Schweizer Fernsehen übertragen werden. Kasper sei mit dem SRF diesbezüglich in Kontakt. Sollte es stattfinden können, würde der individuelle Marathon an diesem Tag gestrichen werden.

Bei der letzten Durchführung am 10. März 2019 konnten die Schweizer Nathalie von Siebenthal und Dario Cologna triumphieren.

Bei der letzten Durchführung am 10. März 2019 konnten die Schweizer Nathalie von Siebenthal und Dario Cologna triumphieren.

Keystone

Die wiederholte Absage trifft den Engadin Skimarathon und die Region erneut hart. Existenziell bedroht sei der Anlass aber nicht, sofern der Verein die geplanten Gelder aus dem Stabilisierungsfonds des Bundes erhalte, sagt Kasper.

Was ihn zudem zuversichtlich stimmt, sind die 6000 Anmeldungen – 2019 nahmen 14000 Personen teil – für den abgesagten Lauf:

Seit Öffnung des Anmeldefensters im vergangenen März bis zur Schliessung am 29. Oktober kamen trotz der Pandemie an jedem einzelnen Tag Anmeldungen rein.