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Kolumne

Eine Liga zwischen Amateur- und Profitum

In Deutschland sind die obersten vier Fussballligen Profiligen. In der Schweiz aber spielen in der dritthöchsten Klasse, also in der Promotion League, Akteure, die entweder voll berufstätig oder Profis sind. Kann man als Profifussballer leben vom Einkommen in der Promotion League? Wohl mehr schlecht als recht.
René Bühler
Unser Kolumnist René Bühler. (Bild: Benjamin Manser)

Unser Kolumnist René Bühler. (Bild: Benjamin Manser)

Eine ordentliche Amateur-Entschädigung, vielleicht noch ein Auto oder eine Wohnung und ein paar Essensgutscheine dazu: Diese dritthöchste Schweizer Fussballliga ist ideenreich und würde noch mehr Wertschätzung verdienen. Aber wie soll dies möglich sein, wenn einige Vereine in der Challenge League kaum einen Profibetrieb stemmen können? Viele Profifussballer in unteren Ligen, auch in der Challenge League, essen finanziell gesehen hartes Brot, aber man könnte daneben ja auch noch arbeiten wie dies die meisten Spieler tun. Die Vereine unterstützen die Akteure bei der Stellensuche, ab und zu sieht man die Spieler dann auch als Mitarbeiter bei den Präsidenten oder den Sponsoren. Viele dieser Profis leben aber «von der Hand in den Mund» und hoffen auf eine gute Entwicklung und einen gut (besser) dotierten Vertrag in einer höheren Liga.

Spieler mit unterschiedlichem Werdegang

Djibril Cissé oder Samel Sabanovic vs. Arianit Lazraj, Loris Pellegatta, Dennis Vanin oder Nicolas Eberle – ein ehemaliger Champions-League-Sieger, frühere Spieler der Super- oder Challenge-League sowie hoffnungsvolle Talente von Super-League-Vereinen. Sie alle spielen in der Promotion League, unterschiedlicher könnten ihre Geschichten nicht sein. Dass sich Yverdon vergangene Saison einen ehemaligen Superstar für geschätzte 250'000 Franken Jahressalär geleistet hat, passt nicht ganz ins Bild dieser Liga. Auch jetzt dürften die Westschweizer mindestens ein doppelt so hohes Budget haben wie der SC Brühl.

Die meisten jungen Spieler fahren früh zweigleisig und setzen nicht nur auf den Fussball, was auch die Idee der St.Galler Nachwuchsakademie Future Champs Ostschweiz (FCO) ist. Das Gegenstück dazu sind Profis wie Sabanovic, der einfach Profi sein «muss». Selbst mit 35 Jahren hat der Vollblutfussballer Brühl kürzlich wegen eines wohl etwas besser dotierten Vertrages und der grösseren Chance auf einen Stammplatz in Richtung Zürich verlassen. Auch er wird in Kürze seinen Status als Profifussballer niederlegen und spätestens dann auf Jobsuche gehen müssen.

In der Promotion League hat es viele gute Fussballer. Dem einen fehlt vielleicht das Tempo, dem anderen eventuell die «Wasserverdrängung» oder wieder ein anderer hatte das Pech, nicht auf den richtigen Trainer gestossen zu sein, der auf ihn setzte.

Ein grosser Schritt für den Nachwuchs

Die meisten Partien in der Promotion League sind attraktiv und spannend und voller Überraschungen, wie kürzlich das Heimspiel des SC Brühl gegen Yverdon. Die Brühler lagen zur Pause noch 2:0 in Führung und kassierten gegen zehn Spieler in der zweiten Halbzeit vier Gegentore. Das gehört ebenso zu dieser starken Liga wie die Tatsache, dass weniger taktiert wird von den Trainern. Schwierig ist es, eigene Nachwuchsspieler aus der Junioren-Meisterklasse zu Stammspielern eines Promotion-League-Vereins zu formen. Auch wenn sie in den Clubs gut ausgebildet werden – der Schritt zum Stammspieler ist aufgrund des stets gestiegenen Niveaus in der Promotion League eine fast unlösbare Aufgabe.

Gerade in der Promotion League ist wegen der unterschiedlichen Ausgangslage der Spieler zwischen Amateur und Profitum viel menschliches Geschick gefragt. Nicht nur abtretende Sportler haben es manchmal nicht einfach «im richtigen Leben» Fuss zu fassen, auch Spieler, welche den Schritt nicht ganz an die Spitze schaffen, sollten auch neben dem Platz, sei es in der Familie oder im Verein, ein gutes Umfeld vorfinden.

Unser Kolumnist
Unter der Rubrik «Querdenker» wirft René Bühler in unregelmässigen Abständen einen Blick auf das Sportgeschehen. Bühler ist Ehrenpräsident des FC Fortuna St.Gallen, Gründer des Hallenturniers Regiomasters und Herausgeber des Buches «Fussballjahre». (red)

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