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Orientierungslauf – eine Sportart im Wandel

Mit neuen Formaten will der Orientierungslauf im Kampf um die Zuschauergunst punkten. Auch die Turnhalle wird als Veranstaltungsort entdeckt.
Jörg Greb
Publikumsnahe Wettkämpfe sind im Kommen. (Bild: Remy Steinegger/Swiss Orienteering (Tesserete, 10. Mai 2018))

Publikumsnahe Wettkämpfe sind im Kommen. (Bild: Remy Steinegger/Swiss Orienteering (Tesserete, 10. Mai 2018))

Orientierungslauf gilt als komplexe Sportart. Körperliche Höchstleistungen in Kombination mit ständiger Kopfarbeit und geistiger Präsenz werden verlangt. Doch was in den Köpfen der Läuferinnen und Läufer geschieht und wie sie sich in Einzelsituationen entscheiden, war Interessierten lange verborgen geblieben. Die Wettkämpfer liefen in den Wald, kehrten irgendwann zurück und trafen im Ziel ein.

Die Absicht, die faszinierende Sportart attraktiver, sprich nachvollziehbarer und telegener zu präsentieren, entwickelte sich um die Jahrtausendwende. Die Sprintdisziplin kam auf, ausgetragen in Städten, Dörfern und Parkanlagen. Das Publikum konnte Einblicke besonderer Art gewinnen, weil doch das Laufgebiet ­zugänglich wurde. Und quasi ­parallel dazu hat die Technik Fortschritte gemacht. Via GPS-Geräte und Live-Kameras lassen sich die Wege der einzelnen Protagonisten auf Grossbildschirmen verfolgen.

Neues WM-Programm, neue Disziplin

Klar ist auch den Anhängern des klassischen Orientierungslaufs geworden, dass Anstrengungen zur Positionierung in der sich rasch wandelnden Sport- und Medienwelt zwingend sind. Als Folge davon fanden die Weltmeisterschaften vergangenes Jahr zum letzten Mal mit bewährtem Programm statt: mit fünf Entscheidungen pro Geschlecht innert einer Woche. Ab diesem Jahr sind die Weltmeisterschaften gesplittet in Wald- und Stadt-Entscheidungen und alternierend von Jahr zu Jahr. 2019 finden die Titelkämpfe in Schweden im Wald statt in den herkömmlichen Sparten Langdistanz, Mitteldistanz und Staffel, im kommenden Jahr in Dänemark in urbanem Gelände im Sprint, in der Mixed-Staffel sowie dem neuen K.-o.-Sprint.

«Um im Sprint ebenso viele Entscheidungen im WM-Programm zu bieten, suchten wir vom internationalen Verband IOF nach einer neuen Disziplin», sagt der Schweizer Vertreter Nik Suter. Im K.-o.-Sprint wurde diese gefunden. Angelegt ist diese Wettkampfform an die bewährten Sprintformate im Langlauf – mit Viertel-, Halbfinal und Final. «Das Format ist publikumsattraktiv und in einem begrenzten Zeitfenster abwickelbar», hebt Suter die Vorteile hervor. «Dies soll die Medien und ein breiteres Publikum ansprechen.» Herausfordernd dabei: «Im direkten Gegnerkontakt müssen die Athleten extrem schnell entscheiden und ihre Pläne umsetzen. Das fordert enorm», so Suter.

Wegbereiterin Simone Niggli

Als Schweizer Vorreiterin und Wegbereiterin in Richtung Knock-out-Sprint profiliert hat sich keine geringere als die erfolgreichste OL-Läuferin der Geschichte, Simone Niggli. Zusammen mit Ehemann Matthias ­organisierte die 23-fache Weltmeisterin bereits letztes Jahr einen K.-o.-Sprint in Burgdorf. «Wir wollen neuen Wettkampfformen eine Plattform bieten und stehen dem Wunsch nach mehr Action und Show grundsätzlich wohlwollend gegenüber», sagt Simone Niggli. Gleichzeitig betont sie aber, dass die Tradition weitergepflegt werden solle und nicht verloren gehen dürfe.

Eine Premiere im Thurgau

Ins Kapitel Innovation gehört auch die Premiere vom Sonntag. Im thurgauischen ­Amriswil findet ein K.-o-Hallen-Sprint statt. In der Dreifachsporthalle werden je vier Läuferinnen/Läufer pro Heat auf Strecken zwischen 250 und 300 m die 12 bis 15 Kontrollposten anlaufen – um Hindernisse herum und erschwert durch verschiedene «Gabelungen», sprich unterschiedliche Routenabfolgen. Ein Spektakel soll es werden, das sich von der Galerie aus bestens verfolgen lässt.

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