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FC Basel: Eine Krise wie zu NLB-Zeiten

Sportredaktorin Céline Feller analysiert die Lage beim FC Basel und sagt, warum der neue Trainer Marcel Koller nicht alle Probleme löst.
Céline Feller
Sportredaktorin Céline Feller.

Sportredaktorin Céline Feller.

Rund zwei Wochen ist es her, da war beim FC Basel noch alles in Ordnung. Zumindest so weit dies der Fall sein kann, wenn man in der ungewohnten Rolle des Jägers in eine Meisterschaft geht – mit drei Testspiel-Niederlagen im Gepäck. Der FCB zeigte sich trotz der schwierigen Situation positiv und ehrgeizig, nur die höchstmöglichen Ziele waren gut genug: Rückeroberung des Meistertitels, Erreichen des Cupfinals und Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb – bevorzugterweise an der Champions League. Und dort solle man dann überwintern – klar.

Zwei Wochen ist das her. Jetzt ist alles anders. Schien die letzte Saison, mit ihren tiefgreifenden Krisen, anfänglich nur ein Ausrutscher zu sein, zeichnet sich je länger je mehr ab, dass sie eher der Anfang eines Abwärtstrends ist, der viel schneller seinen Lauf nimmt, als sich das irgendjemand hätte vorstellen können. Am wenigsten Marco Streller und Bernhard Burgener. Unter ihrer Führung hat der FCB vieles verloren, was ihn ausgezeichnet hat. Zentral ist dabei nicht der sportliche Erfolg beziehungsweise der Misserfolg. Es ist viel mehr das Drumherum, das Auftreten und die Art und Weise, wie dieser Klub geführt wird.

In der Ära Heusler/Heitz war der FCB der Vorzeigeklub schlechthin. Das kongeniale Duo stand für Entscheide, die Hand und Fuss hatten. Sie waren das Kompetenzzentrum eines Vereins, der über Jahre grösser war, als das im Schweizer Umfeld normal ist. Zu verdanken war dies einer Führung, deren Wert, Intelligenz und Souveränität erst jetzt wirklich zum Vorschein kommt. Sie haben ebenfalls Fehler begangen, aber solche, die nicht so schwer wogen.

Das Duo Streller/Burgener wollte für mehr Identifikation sorgen. Stattdessen droht der Verein seine Identität zu verlieren. Während die alte Führung stets agierte – mutig auch im Erfolgsfall Trainer freistellte – reagiert die neue nur. Als Folge hat selbst der unerschütterliche Optimist Streller zuletzt etwas zurückgerudert. Es ist ein Zeichen von Verunsicherung im Verein. Diese überträgt sich auf das Team und schlägt sich in dessen Auftreten nieder. Gegen PAOK Thessaloniki setzte der FCB einen neuen Massstab – nach unten. Die Ratlosigkeit spiegelt sich nicht nur in den Taten auf, sondern auch in den Worten neben dem Platz. Captain Marek Suchy war fast sprachlos. Er resümierte lediglich, dass dieser FCB schlecht ist. Und entschuldigte sich bei den Fans.

In einer solchen Situation braucht es Führungsspieler, die eine Mannschaft aufrichten können. Die proklamierten Leader jedoch sind mit sich selbst beschäftigt. Sie kämpfen mit Leistungstiefs und dennoch gleichbleibenden, ja sogar erdrückenden Erwartungen. Die Folge ist ein Kollektiv, das versagt. Es zeigt auf dem Platz im Dreitagesrhythmus, dass dieser Verein in seinen Grundfesten erschüttert ist.

Sportlich ist der FCB in einer Krise wie zuletzt zu NLB-Zeiten. Es ist eine besorgniserregende Lage, in der sich der FCB befindet. Selten waren die gesteckten Ziele weiter von der Realität entfernt. Auch, weil das Kader, das noch vor zwei Wochen als breit und stark genug bezeichnet wurde, plötzlich sogar für den Sportchef nicht mehr unantastbar ist.

Dennoch verteidigt Streller sich und das Kader. Der stolze FCB muss sich aktuell laufend rechtfertigen. Das ist Neuland und auch dabei überzeugt er auf keiner Ebene. Sowohl auf dem Platz als auch in der Chefetage ist man immer einen Schritt zu spät. Die Negativspirale dreht sich immer schneller. Sobald Probleme erkannt sind, haben sich neue, akutere bereits aufgetan. Mit Marcel Kollers Verpflichtung hat man ein Problem gelöst. Er muss jetzt für den Befreiungsschlag sorgen. Es kann aber sein, dass dieser – auch wenn die Saison erst begonnen hat – bereits zu spät kommt.

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