Analyse
Einführung von 2G in Eishockeystadien: Eine Impfpflicht für Fans – na und?

Die Klubs der National- und Swiss League haben entschieden: Nicht geimpfte oder nicht genesene Fans müssen vorläufig draussen bleiben.

Klaus Zaugg
Klaus Zaugg
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Statt auf 3G mit Maskenpflicht wie vor gut einem Jahr setzen die Klubs nun auf 2G.

Statt auf 3G mit Maskenpflicht wie vor gut einem Jahr setzen die Klubs nun auf 2G.

Anthony Anex/ Keystone (Bern, 1. Oktober 2020)

Wer in den beiden höchsten Hockey-Ligen als Fan ins Stadion will, muss geimpft oder genesen sein (2G). Die Regelung gilt für alle Partien der National League und der Swiss League sowie für den Spengler-Cup und Länderspiele. Wer will, kann von einer Impfpflicht für Eishockeyfans ab 16 Jahren reden. Haben die Klubs Auswirkungen zu befürchten? Nein. Kein Klub hat genaue Zahlen, wie viele der bisherigen Zuschauerinnen und Zuschauer oder der Saisonkarteninhaberinnen und Saisonkarteninhaber die Kriterien «2G» nicht erfüllen.

Im oberen Emmental und Entlebuch, den Kernländern der Fans der SCL Tigers, dürfte die Impfquote die tiefste in der Hockeylandschaft sein, sicherlich tiefer als in den urbanen Zentren. Das Management in Langnau geht jedoch von weniger als 300 Fans aus, die nun nicht mehr zum Spiel kommen können. Ein Rückgang der Zuschauerzahlen ist also nicht zu befürchten.

Hat nun, wer ein Saisonabi besitzt und der 2G-Regelung nicht entspricht, ein Anrecht auf Rückerstattung für die noch ausstehenden Spiele? Solche Forderungen können getrost ignoriert werden. Es ist höchst fraglich, ob eine solche Rückzahlungsforderung auf dem Rechtsweg erstritten werden könnte. Zumal die Rechtssicherheit gegeben ist: Alle haben die Möglichkeit, sich kostenlos impfen zu lassen und damit die Zutrittsberechtigung zum Stadion zu erlangen. Der Entscheid, sich nicht impfen zu lassen und nicht zum Spiel zu gehen, ist freiwillig.

Werden die Klubs freiwilliges Hilfspersonal verlieren? Ja. Aber deswegen wird der Spielbetrieb nicht zusammenbrechen. Eigentlich ist es – ein wenig polemisch erklärt – ganz einfach: Es ist ein Gebot der Höflichkeit, dass die Kundschaft, die gegen die 2G-Regelung ist, von den Klubs angehört wird. Um anschliessend alle Einwände einfach zu ignorieren. Von nun an gilt 2G. Punkt. Um es etwas bösartig auf den Punkt zu bringen: Hier ist eine gute Gelegenheit, um für einmal ein uraltes Prinzip in der Praxis anzuwenden: Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.

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