Eine harte, aber geniessbare Nuss

Am Freitag steigt Hockey Thurgau in die Viertelfinalserie gegen Qualifikationssieger Langenthal. Die Ostschweizer strotzen vor Selbstvertrauen. Und sie glauben ein Rezept zu haben, um die Topstürmer Brent Kelly und Jeff Campbell zu neutralisieren.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Brent Kelly spielt bereits die siebte Saison für Langenthal. Jahr für Jahr gehört er zu den besten NLB-Skorern. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Brent Kelly spielt bereits die siebte Saison für Langenthal. Jahr für Jahr gehört er zu den besten NLB-Skorern. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Matthias Hafen

Langenthal, das ist Brent Kelly und Jeff Campbell. So war es in den vergangenen Jahren. Und so ist es auch in dieser Saison. Die beiden Kanadier bilden mit dem Schweizer Stefan Tschannen die wohl gefährlichste Sturmlinie der Eishockey-NLB und tragen ihre Mannschaft fast alleine. 77 der insgesamt 181 erzielten Tore steuerten Kelly, Campbell und Tschannen bei. Zusammen realisierte die Linie in der Qualifikation sagenhafte 201 Skorerpunkte. Keine Frage: Für Thurgau gilt es, im Playoff-Viertelfinal vor allem dieses Trio zu neutralisieren. Gelingt das, haben die Ostschweizer eine Chance, in der Best-of-7-Serie einen Coup zu landen. Los geht’s am Freitag um 20 Uhr in Langenthal. Danach wird mit abwechselndem Heimrecht jeweils sonntags, dienstags und freitags gespielt.

Vielleicht haben die Thurgauer das Rezept schon gefunden, um Langenthals Paradelinie zu bremsen. «Wir dürfen ihnen weder Raum noch Zeit lassen», sagt Captain Patrick Parati. «Wir müssen verhindern, dass sie sich entfalten können.» Nur ist das einfacher gesagt als getan. Denn Kelly und Campbell bilden seit sieben Jahren das offensive Gerüst des SC Langenthal. Und jedes Jahr gehören sie wieder zu den Topskorern der Liga.

Langenthal kaum je erfolgreich im Playoff

Die Abhängigkeit von Kelly und Campbell war aber auch immer wieder ein Stolperstein auf dem Weg nach oben. Nur 2011/12 wurden die ambitionierten Berner NLB-Meister, als sie später in der Ligaqualifikation gegen den NLA-Club Ambri 1:4 verloren. Dreimal schied Langenthal im Halbfinal aus, zweimal sogar schon in der ersten Runde, so auch vergangenes Jahr gegen Martigny. Oft war das Kader nebst Kelly, Campbell und Tschannen zu schwach besetzt für grössere Erfolge.

Doch keine Frage: Langenthal ist eine harte Nuss für Thurgau. Der Qualifikationssieger hat die Liga phasenweise dominiert in diesem Winter. Die Chance auf ein Weiterkommen ist für den NLB-Achten aus Weinfelden deshalb gering. Langenthal ist aber auch eine geniessbare Nuss. Denn die Mannschaft ist berechenbar. Thurgau hat zwar drei der vier Direktbegegnungen in dieser Saison verloren, sah aber immer gut aus gegen die Berner.

Teamgeist soll Thurgau zum Sieg tragen

«Sie sind zu packen», sagt Captain Parati voller Selbstvertrauen. Zuversichtlich zeigt sich auch Stürmer Adrian Brunner. «Wir sind zum richtigen Zeitpunkt in Form.» Zudem habe Thurgau schon mehrmals das Playoff geprobt in dieser Saison, habe schon manches Spiel gehabt, in dem die Mannschaft unbedingt habe siegen müssen. «Wenn wir uns auf dem Eis als Einheit präsentieren, dann sind wir für jeden Gegner gefährlich», sagt Brunner. Der Zusammenhalt innerhalb der Equipe sei enorm.