Eine gefühlte Niederlage für Wil

Eine 3:0-Führung nach 70 Minuten genügt dem FC Wil nicht, um das Heimspiel gegen Leader Lausanne zu gewinnen. Am Ende muss er gar um das 3:3 froh sein. Bei den Ostschweizern trifft André Santos doppelt, Mert Nobre einmal.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
André Santos (am Boden) erzielt zwei Treffer für Wil. Dennoch können die St. Galler am Ende nicht jubeln. (Bild: Urs Bucher)

André Santos (am Boden) erzielt zwei Treffer für Wil. Dennoch können die St. Galler am Ende nicht jubeln. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Im Wiler Lager war man sich hinterher einig: Das 3:3 gegen Leader Lausanne war gleichbedeutend mit zwei verlorenen Punkten. Denn die Ostschweizer sahen Mitte zweiter Halbzeit wie der sichere Sieger aus, hatten die Waadtländer um drei Tore distanziert und standen hinten sicher. Just als man sich zu fragen begann, ob es wieder ein 4:0 geben könnte wie beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams Ende Mai, leistete sich Gjelbrim Taipi in der Vorwärtsbewegung einen folgenschweren Fehlpass. Am Ende der Aktion jubelte Santiago Feuillassier, der zu jenem Zeitpunkt noch keine Minute auf dem Feld stand, über seinen zweiten Saisontreffer. Als nur eine Minute später Hélios Sessolo mit einem Abschluss aus der Distanz der Marke «Sonntagsschuss» auf 2:3 verkürzte, war die Stilsicherheit Wils dahin.

In Hektik verfallen

Die Gäste rissen das Zepter an sich und drückten auf den Ausgleich. Dieser war gut fünf Minuten vor Schluss Tatsache. Elton Monteiro spielte von links zur Mitte, wo Jocelyn Roux seine Freiheiten zum 3:3 nutzte. In der Schlussphase waren die Lausanner dem Siegtreffer näher als die Wiler, auch wenn sie nicht mehr zu den ganz grossen Möglichkeiten kamen. «Wir haben zwei Punkte verspielt. Das Tor zum 2:3 hat uns aus der Bahn geworfen. Wie das passieren konnte, kann ich mir nicht erklären», sagte Ivan Audino nach seinem 101. Challenge-League-Spiel für den FC Wil. Vizepräsident Roger Bigger sagte: «Schade, dass wir in Hektik verfallen sind.»

Schon fast in Vergessenheit geriet, dass mehr als drei Viertel der Partie ansprechend gewesen waren, zumal mit Lausanne nicht irgendwer in der Ostschweiz gastierte, sondern jene Mannschaft, die zuvor fünf Pflichtspiele in Serie gewonnen hatte, vier davon ohne Gegentor.

Vorlage mittels Rückziehers

Nach 416 Minuten – also fast sieben Stunden – ohne Gegentreffer, war es um die Lausanner Hintermannschaft geschehen. Andrés Vasquez spielte den Ball mittels Rückziehers auf die linke Seite zu André Santos, der mittels Querpass für Mert Nobre auflegte. Der Brasilianer traf erstmals für Wil.

Zum vermeintlichen Matchwinner wurde danach aber Santos. Kurz vor der Pause wurde er von Audino mittels Steilpasses lanciert. Da Lausannes Goalie Dany Da Silva zu zögerlich aus dem Tor kam, traf der Brasilianer zum 2:0. Nach knapp einer Stunde kam der Ball nach einem Pfostenschuss Nobres zu Santos, der seinen fünften Pflichtspiel-Treffer für Wil erzielte. Die Freude darüber hielt sich nach Spielschluss in engen Grenzen.