Ein zu hoher Rhythmus für St. Otmar

In der NLA-Finalrunde bringt St. Otmar Meister Kadetten Schaffhausen zwar ins Wanken, verliert auswärts aber mit 27:33. Schaffhausen gelingt es, sich in der zweiten Halbzeit zu steigern.

Fritz Bischoff/Schaffhausen
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HANDBALL. Hatte St. Otmar noch eine Woche zuvor überraschend Leader Wacker Thun besiegt, so blieb es gegen Meister Kadetten Schaffhausen dabei, den Favoriten ins Wanken gebracht zu haben. Die St. Galler forderten den Champions-League-Teilnehmer bis in die zweite Halbzeit zu einer Leistung, die internationalen Ansprüchen genügte. Die Hauptprobe der Gastgeber im Hinblick auf die Champions-League-Partie vom Donnerstag gegen Berlin ist in diesem Sinne gelungen. «Es war für uns schwierig, zwischen zwei internationalen Runden die Konzentration aufzubauen, um auch gegen St. Otmar souverän aufzutreten», sagte Kadetten-Trainer Urs Schärer. Seinem Team war dies vor allem nach der 15:9-Führung nach rund 20 Minuten nicht gelungen. «Da dachten wohl einige von uns schon, dass das Spiel gelaufen sei», so Schärer.

Stärken des Gegners genutzt

Doch als die Schaffhauser ihre Kadenz drosselten, nutzten dies die St. Galler zu ihrer Aufholjagd. Nun waren sie es, welche die Fehler und unkonzentrierten Abschlüsse des Gegners nutzten. «Da spielten wir die guten Angriffsauslösungen mit der ersten und zweiten Welle und brachten unseren Gegner mit seinen eigenen Stärken in Schwierigkeiten», sagte St. Otmars David Parolo. Sein Team war bis zur Pause zum 16:18 herangekommen, erzielte zu Beginn der zweiten Hälfte gar den Ausgleich und ging danach beim 19:18 gar in Führung. Es sollte allerdings das einzige Mal sein, denn bei diesem Spielstand nahm Schärer sein zweites Time-out. «Meine Worte wirkten, und was wir in der Folge zeigten, war doch ziemlich souverän», sagte er.

Die Alternativen fehlten

St. Otmar hatte der Steigerung nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die Fehlerquote stieg unter dem Leistungsdruck des Gegners wieder an, und auch die Abschlüsse wurden wieder weniger zwingend. Dies blieb auch Parolo nicht verborgen: «Dem Rhythmus der Champions League waren wir nicht mehr gewachsen. Es fehlten uns wegen unserer verletzten Spieler aber auch die personellen Alternativen.»

Doch noch ein weiterer Unterschied wirkte sich mit zunehmender Spieldauer negativ aus. St. Otmars Offensivspiel war zu stark in die Angriffsmitte angelegt. Die Aussenpositionen wurden einerseits zu wenig einbezogen, zeigten anderseits aber auch zu wenig Eigeninitiative. Dazu kam auch noch, dass die Abschlüsse vom Kreis mangelhaft waren. So steigerte sich St. Otmar nicht in die optimale Leistung hinein, die gegen Wacker zum Sieg verholfen hatte, sondern blieb im Mittelmass.