WM-Qualifikation
Ein zäher Neuanfang – Deutschland besiegt Liechtenstein beim Début von Bundestrainer Hansi Flick nur mit 2:0

Es ist für die Deutschen in St.Gallen kein Schaulaufen. Der Aussenseiter aus Liechtenstein wehrt sich tapfer, verteidigt kompromisslos und unterliegt nur mit 0:2. Die Tore erzielen Timo Werner und Leroy Sané.

Patricia Loher
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Konzentriert und nachdenklich: Der frühere Bayern-Coach Hansi Flick bei seinem Début als deutscher Bundestrainer in St.Gallen.

Konzentriert und nachdenklich: Der frühere Bayern-Coach Hansi Flick bei seinem Début als deutscher Bundestrainer in St.Gallen.

Gian Ehrenzeller/Keystone

Nach ein paar Minuten erhebt sich Hansi Flick von seinem Sitz. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Der 56-Jährige debütiert in St.Gallen als deutscher Bundestrainer, mit Liechtenstein ist in der WM-Qualifikation ein krasser Aussenseiter der Gegner.

Doch Flick muss mitansehen, wie sich seine Spieler aus den besten Ligen Europas schwer tun mit den tief stehenden Liechtensteinern, die Mannschaft von Nationalcoach Martin Stocklasa verteidigt ihr Tor fast immer mit zehn Mann.

Ideenloser Favorit

Liechtenstein, das an diesem Abend nur gerade auf drei Profis zählen kann, macht dem vierfachen Weltmeister das Leben schwer. Spieler wie Leroy Sané, Ilkay Gündogan oder auch Kai Havertz versuchen es über die Seiten, sie versuchen es durch die Mitte. Aber insgesamt wirken die Bemühungen des Favoriten ideenlos.

Hinzu kommt, dass Goalie Benjamin Büchel die eine oder andere gute Gelegenheit des Gegners entschärft. In der 30. Minute wagt Aron Sele einen überraschenden Volleyabschluss aus grosser Distanz, was die 7958 Zuschauer mit einem Applaus belohnen. Es ist für die Liechtensteiner der erste Torschuss dieses Spiels.

Dass es nach gut 40 Minuten noch immer 0:0 steht, ist ein Erfolg für die Mannschaft aus dem Fürstentum. Doch nur wenig später bricht Timo Werner den Bann, der Stürmer des FC Chelsea bringt Deutschland in Führung.

Leroy Sané (rechts) auf dem Weg zum 2:0 für Deutschland.

Leroy Sané (rechts) auf dem Weg zum 2:0 für Deutschland.

Gian Ehrenzeller/EPA

Die Deutschen sind unzufrieden

Flicks Mannschaft rennt auch nach der Pause an, doch Liechtenstein bleibt ein aufsässiger und kompromisslos verteidigender Gegner. In der 53. Minute meldet der «Kicker» via Liveticker, Deutschland habe weiterhin 84 Prozent Ballbesitz. Aber man ist unzufrieden in Deutschland: «Es bleibt eine mässig unterhaltsame Angelegenheit», schreiben die Reporter weiter.

Erst ab der 77. Minute sind die Gäste etwas milder gestimmt: Bayerns Sané erhöht auf 2:0. Die Liechtensteiner sind nach Spielschluss zufrieden. In der fünften Begegnung mit Deutschland ist das 0:2 das bis anhin beste Resultat.

Der Lohn für die tapfer kämpfenden Liechtensteiner: Das Publikum verabschiedet die Mannschaft mit Applaus. Trainer Stocklasa sagt: «Dieses 0:2 ist fast wie ein Sieg für uns. Es ist ein sensationelles Resultat.»

Liechtenstein – Deutschland 0:2 (0:1)
Kybunpark, St.Gallen – 7958 Zuschauer – Sr. Verissimo (POR).
Tore: 41. Werner 0:1. 77. Sané 0:2.
Deutschland: Leno; Baku (60. Hofmann), Kehrer, Süle, Gosens; Kimmich (82. Wirtz), Gündogan (73. Goretzka); Musiala (60. Reus), Havertz (60. Gnabry), Sané; Werner.

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