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Kommentar

Fall Semenya: Ein Urteil, kein Ende

Rainer Sommerhalder über das Urteil der intersexuellen Sportlerin Caster Semenya und den Internationalen Sportgerichtshof, welcher ihren Einspruch gegen die sogenannte Testosteronregel ablehnte.
Rainer Sommerhalder
Rainer Sommerhalder

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Caster Semenya verliert vor dem Sportgericht in Lausanne. Die intersexuelle südafrikanische Athletin hatte gegen die Einführung eines Testosteron-Grenzwerts als Bedingung für einen Start in den Mittelstrecken-Wettbewerben der Frauen-Leichtathletik geklagt. Die Entscheidung der Lausanner Juristen offenbart die Unfähigkeit, in dieser Angelegenheit ein gerechtes Urteil zu fällen. Gewiss, der Richterspruch des CAS ist nachvollziehbar. Semenya hat einen Wettbewerbsvorteil, der jedes Rennen für die restlichen Starterinnen unfair macht. Die Richter in Lausanne geben in ihrer Urteilsbegründung jedoch zu, dass ihr Verdikt für intersexuelle Athletinnen diskriminierend ist. Aber sie gewichten die Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit einer Teilnahmeregelung höher.

Eine Abwägung, die ihnen offensichtlich schwerfiel. Ein Richter war anderer Meinung. Und in der Urteilsbegründung formulieren die CAS-Juristen ihre Zweifel gleich selbst. Der internationale Leichtathletik-Verband solle sich überlegen, ob er die Einführung dieser Regelung nicht verschieben wolle. Das Sportgericht hat Bedenken betreffend der praktischen Anwendung, der Nebenwirkungen von Medikamenten sowie fehlender Nachweise des tatsächlichen Leistungsvorteils.

Doch wie geht es für Semenya weiter? Die 28-Jährige hat viele Möglichkeiten, wenn sie ihr Testosteron-Level nicht medikamentös senken will. Sie kann das Urteil anfechten. Sie kann auf die 5000 m ausweichen, oder sie kann weiter über 800 m starten und gegen die folgende Disqualifikation erneut vor dem CAS klagen. Caster Semenya hat zwar vor Gericht verloren, geschlagen sind sie und andere intersexuellen Läuferinnen aber noch nicht.

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