Ein Transfer, zwei Ansichten

EISHOCKEY. Der HC Thurgau trennt sich von Sacha Wollgast. Der Verteidiger wechselt zum EHC Visp. Während sich der 24-Jährige hintergangen fühlt, meinte es der HCT nur gut.

Jarima Haas
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Gestern gab die Medienstelle der Thurgauer Eishockey AG bekannt, dass sich der Verteidiger Sacha Wollgast und der HC Thurgau «per sofort trennen». Wollgast habe sich dazu entschlossen, zum EHC Visp zu wechseln, vorläufig bis Ende Saison 2012/13.

«Visp und Wollgast waren seit Wochen in Kontakt zueinander.» Der 24-Jährige, der bereits gestern in Visp war, schildert die Lage anders: «Das stimmt so nicht. Zwar war ich mit dem Verein in Kontakt, doch erst für ein Engagement in der nächsten Saison. Die Besprechungen HCT – Visp liefen hinter meinem Rücken.»

HCT-Sportchef Roger Maier relativiert: «Wir waren im sportlichen Bereich nicht mehr zufrieden mit der Leistung von Wollgast. Da wir ihn nicht einfach abschieben wollten, habe ich bei Visp nach deren Interesse für die Playoffs oder nächste Saison gefragt. Auch weil er in den letzten Playoffs dort gespielt hat.»

Der Walliser Sportchef wollte ihn gern übernehmen, aber «sofort» – so lautete die Bedingung.

Darauf informierte Maier Wollgast über das Interesse des Clubs. «Ich sagte ihm, dass er mit Visp verhandeln soll und wir ihm nicht im Weg stehen. Dann habe ich die schriftliche und unterschriebene Vereinbarung erhalten. Von Sacha habe ich nichts mehr gehört. Jedoch sind wir nicht im Streit auseinandergegangen», sagt Maier. Doch er lässt durchblicken, dass neben dem Interesse für den Spieler auch finanzielle Überlegungen des HCT eine Rolle gespielt hätten. Da das Team die Playoffs wohl nicht mehr erreicht, spart der Club so Spielerkosten.

Wollgast hingegen ist «enttäuscht von der Clubführung» und fühlt sich hintergangen. Doch der Verteidiger schaut nach vorn und konzentriert sich auf seine neue Aufgabe bei Visp.

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