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Ein Thurgauer bei den Galliern: Samuel Erni mischt mit Langnau die Eishockey-NLA auf

Der Überraschungsdritte aus Langnau trifft heute auf NLA-Leader Biel. Der Thurgauer Verteidiger Samuel Erni gibt einen Einblick in sein Leben im eishockeyverrückten Dorf, in dem vieles etwas anders ist.
Sergio Dudli
Samuel Erni (unten) im Spiel gegen seinen Ex-Club Zug. (Bild: Freshfocus)

Samuel Erni (unten) im Spiel gegen seinen Ex-Club Zug. (Bild: Freshfocus)

Langnau ist so etwas wie das gallische Dorf auf der Landkarte des Schweizer Eishockeys. Zwar brauchen sie im Emmental keinen Zaubertrank und statt des römischen Kaisers stehen regelmässig die Kantonsrivalen aus Bern und Biel vor der Tür – aber trotzdem ist die heimische Ilfishalle für viele NLA-Teams eine uneinnehmbare Festung. Rund 10 000 Menschen leben im beschaulichen Dorf, 6000 von ihnen besuchen im Schnitt die Heimspiele. Die Kenner sind sich einig: Der Club hat Kultstatus.

In Langnau kennt jeder jeden

Mittendrin in dieser Welt ist Samuel Erni. Der Verteidiger aus dem thurgauischen Aadorf steht in seiner zweiten Saison bei Langnau. Der 27-Jährige sagt:

«Ich fahre immer mit dem Velo zu unseren Heimspielen. Auf dem Weg zum Stadion rufen mir viele Fans zu, wünschen mir Glück und versuchen, mich zu motivieren».

Diese zwei Sätze zeigen, wie Langnau tickt. Ein Dorf, in dem jeder jeden kennt und man noch miteinander spricht – und in dem das Eishockey die Menschen verbindet. «Aber beim Einkaufen lassen sie mich schon noch in Ruhe», ergänzt Erni. «Wir sind wie eine Familie» Diese familiäre Atmosphäre überträgt sich auf den Club und die Spieler. «Unsere Stärke ist, dass wir als Mannschaft kämpfen und jeder am gleichen Strick zieht. Wir sind wie eine Familie», so Erni. Und der 27-Jährige fügt an: «Es kommt oft vor, dass die Familienväter im Team nach den Spielen ihre Kinder mit in die Garderobe nehmen.»

Eine offene Rechnung mit Biel

In der Kabine darf derzeit oft gejubelt werden. Nach 16 Spielen steht Langnau mit 30 Punkten auf Rang drei – knapp hinter den Kantonsrivalen aus Bern und Biel. Gegen Letzteres kommt es heute zum Spitzenspiel. «Wir haben noch eine Rechnung mit Biel offen, weil sie uns vor eigenem Publikum besiegt haben», sagt Erni. Vom guten Tabellenplatz lässt sich aber vor dem Vergleich mit dem Tabellenersten niemand in Langnau blenden. Der Thurgauer sagt:

«Wir schauen nicht auf die Tabelle. Die Qualifikation besteht aus 50 Spielen, da gibt es nach einem Drittel noch keinen Grund, um abzuheben.»

Erni selber spielte vor seinem Engagement im Emmental viele Jahre in Zug. Bereits als Jugendlicher verliess er Aadorf, um in der Innerschweiz seinen Traum vom Eishockeyprofi zu verwirklichen. «Die ersten zwei Wochen hatte ich Heimweh. Das Gute am Eishockey war schon damals, dass du keine Zeit zum Nachdenken hast, sobald die Saison läuft», sagt Erni.

Neun Jahre Zug sind genug

Doch nach neun Jahren in Zug wollte der Thurgauer vor einem Jahr eine Veränderung. «Ich wollte eine neue Rolle mit mehr Verantwortung. Das konnte mir Langnau bieten.» Vom Meisterkandidaten zu einem Team, das in jeder Saison um die Playoff-Teilnahme kämpfen muss – was sich wie ein Rückschritt anhört, entpuppte sich für Erni als richtige Entscheidung. Der Verteidiger sagt:

«Aus dem Schritt zurück zu einem kleineren Club können schnell deren zwei vorwärts werden.»

Zurück in die Ostschweiz zieht es Erni stets dann, wenn es die Zeit zulässt. «Ich gehe immer wieder gerne nach Hause. Im Thurgau lebt meine Familie, und ich habe viele Kollegen dort, die ich seit der Schulzeit kenne.» Sein Vertrag in Langnau läuft noch bis Ende Saison. Was kommt danach? «Das wird sich in den kommenden Wochen zeigen», hält sich Erni bedeckt.

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