Ein Spielende wie im Albtraum

EISHOCKEY. Der NLB-Club Thurgau kommt nicht aus dem Tief. In Winterthur geben die Ostschweizer einen sicher geglaubten Sieg in den Schlusssekunden aus den Händen und verlieren mit 3:4 nach Penaltyschiessen.

Matthias Hafen/Winterthur
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Dieser Puck landete noch im Netz, am Ende vergibt der NLB-Club Thurgau den Sieg aus der Hand und verliert mit 3:4 nach Penaltyschiessen. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Dieser Puck landete noch im Netz, am Ende vergibt der NLB-Club Thurgau den Sieg aus der Hand und verliert mit 3:4 nach Penaltyschiessen. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Wer bislang nicht glauben mochte, dass Winterthur und Thurgau in der NLB ein neues Derby begründen, der wurde in der Begegnung vom Dienstagabend eines Besseren belehrt. Der Abnützungskampf zwischen den Ostschweizern und dem Zürcher Aufsteiger war hochspannend und wurde brachial geführt.

In den ersten zwei Dritteln sprach Schiedsrichter Nadir Mandioni die Hälfte aller Strafen wegen übertriebener Härte aus. Solche Strafen werden gegeben, wenn etwa Winterthurs Timon Vesely den Thurgauer Verteidiger Daniel Eigenmann frustriert zu Boden boxt, oder wenn Kevin Kühnis' eindrückliche Rechte mitten im Gesicht des Winterthurers Anthony Staiger landet, der ihn zuvor provoziert hat.

Siebte Niederlage in Folge
Winterthur gegen Thurgau war ein Spiel voller Emotionen. Emotionen, die sich besonders schnell entluden. Thurgau stieg mit einer Serie von sechs Niederlagen in Folge in die Begegnung – und kassierte schliesslich die siebte hintereinander. Winterthurs letzter Sieg lag gar schon 16 Runden zurück. Kein Wunder, gab es nebst den 49 Strafminuten auch zahlreiche versteckte, unschöne Fouls.

Trotzdem zeigten die beiden Mannschaften vor 1926 Zuschauern im Deutweg eine äusserst unterhaltsame NLB-Partie. Dank Treffern von Derek Damon, Dennis Urech und Eric Arnold steuerten die Thurgauer nach dem ersten Drittel auf einen im Prinzip ungefährdeten Auswärtssieg zu und hatten bis zum Schluss Chancen für etwa acht weitere Tore. Allerdings liess Winterthur nie abreissen. Das zahlte sich für das Heimteam in den Schlussminuten, ja in den Schlusssekunden aus. Nach einer Fünfminutenstrafe gegen Thurgaus Daniel Eigenmann – er übertrieb es nach Ansicht von Schiedsrichter Mandioni im Boxkampf mit Vesely – führte Luka Hoffmann mit zwei Powerplaytreffern innert 24 Sekunden noch den Ausgleich herbei.

Dreimal an den Pfosten
Im Penaltyschiessen hatte Thurgau besonderes Pech. Damon, Arnold und Andreas Küng trafen nur den Pfosten. So entschied Winterthurs Tim Wieser als 20. Schütze die Begegnung zugunsten des Heimteams. Für Thurgau steht am Mittwoch um 20 Uhr bereits das nächste Spiel an, daheim gegen La Chaux-de-Fonds.

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