Ein Spiel gegen den Fehlstart

St. Otmars NLA-Handballer gastieren heute abend um 19.30 Uhr beim verlustpunktlosen Pfadi Winterthur – dem Playoff-Halbfinal-Gegner vergangener Saison. Die St. Galler hoffen auf eine Reaktion nach dem schwachen Saisonstart.

Fritz Bischoff
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Im Playoff-Halbfinal dieses Jahres setzte sich St. Otmar (im Bild mit Vedran Banic) gegen Pfadi Winterthur durch. (Bild: Benjamin Manser)

Im Playoff-Halbfinal dieses Jahres setzte sich St. Otmar (im Bild mit Vedran Banic) gegen Pfadi Winterthur durch. (Bild: Benjamin Manser)

HANDBALL. Für St. Otmar ist der Auftakt in die neue Meisterschaft nicht so verlaufen, wie sich dies die St. Galler vorgestellt haben. Wohl nimmt sich die Bilanz bei vier Spielen innerhalb von drei Wochen mit zwei Siegen einem Unentschieden und einer Niederlage auf den ersten Blick gar nicht so übel aus, doch in der Detailbetrachtung mag kaum Freude aufkommen. Eine Genugtuung sind immerhin die beiden Siege, die im Europacup gegen das finnische Team von Riihimäki realisiert wurden. «Wir haben die nächste Runde erreicht und dies ist positiv», stellt Trainer Predrag Borkovic fest. Doch wenn er auf die beiden andern Saisonpartien mit dem Unentschieden gegen Wacker Thun (26:26) und der Niederlage gegen Fortitudo Gossau (21:23) zu reden kommt, verfinstert sich seine Stimmung. «Was wir in Gossau geboten haben, war schlichtweg eine Schweinerei. Die Einstellung der Spieler war überheblich und arrogant. Ich war masslos enttäuscht, denn wir hatten im Vorfeld die Partie mustergültig vorbereitet – so glaubte ich jedenfalls», ärgert sich Borkovic auch zwei Wochen später.

Wegweisende Partie

Dass der Trainer nun heute abend in Winterthur die Reaktion und auch Rehabilitation auf nationalem Parkett fordert, ist selbstredend. Er spricht von einem extrem wichtigen und wegweisenden Spiel, aber auch davon, dass in dieser Partie sehr viel Prestige beinhaltet ist.

Dabei denkt er an die fünf Playoff-Halbfinal-Partien der vergangenen Saison zurück, als St. Otmar im Mai innerhalb von zwei Wochen die Playoff-Final-Träume der favorisierten Winterthurer zerstört hat. «Pfadi will heute abend sicher Revanche nehmen an uns. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Unser Gegner ist wieder top. Mein Team muss sein Leistungspotenzial aus der Vorbereitungsphase abrufen und zur kämpferischen Einstellung der Playoff-Phase zurückfinden. Nur so haben wir die Chance, einen Fehlstart in die Meisterschaft zu verhindern.»

Die Winterthurer als Cupsieger der vergangenen Saison wurden zum Saisonauftakt ihren eigenen Ansprüchen trotz der gewichtigen Abgänge von Luka Maros und Julian Krieg mit den zwei Siegen gegen Gossau und Kriens-Luzern mindestens punktemässig gerecht. Der Zürcher Trainer Adrian Brüngger, der trotz seiner erst 39 Jahre bereits in seiner neunten Saison als Teamverantwortlicher steht, zeigt sich mit dem Saisonauftakt resultatmässig, jedoch nicht leistungsmässig zufrieden. «Wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein sollten oder hin wollen. In der Vorbereitungsphase war wegen zahlreicher verletzter Spieler ein Kollektivtraining unmöglich. Mit Michal Svajlen und Stefan Freivogel fehlen immer noch zwei Spieler, die vor allem defensiv sehr wichtig sind.»

Keine Rachegelüste bei Pfadi

Dass ein Vergleich mit St. Otmar immer besonders delikat ist, weiss er auch noch aus seiner eigenen Aktivzeit. Den Playoff-Halbfinal vom Mai hat er aber abgehakt. «Das ist für mich kein Thema mehr. Diese Emotionen sind vorbei. Weit mehr ist es für mich ein Thema, wie die St. Galler ihre Deckungsarbeit interpretieren werden und wie ihre Einstellung sein wird. Darauf müssen wir uns konzentrieren und nicht auf die Vergangenheit.»