Ein Sieg wäre die Krönung

Der zweite Platz von Sergio Perez in Monza weckt beim Formel-1-Team Sauber Appetit auf mehr. Da es im Nacht-GP von Singapur bisher wenig Grund zum Feiern gegeben hat, besteht am Wochenende Nachholbedarf.

Peter Lattmann/Singapur
Merken
Drucken
Teilen
Champagnerdusche für das Sauber-Team: Sergio Perez schraubte mit dem zweiten Platz in Monza die Erwartungen der Hinwiler hoch. (Bild: epa/Srdjan Suki)

Champagnerdusche für das Sauber-Team: Sergio Perez schraubte mit dem zweiten Platz in Monza die Erwartungen der Hinwiler hoch. (Bild: epa/Srdjan Suki)

AUTOMOBIL. Die Erwartungshaltung steigt mit jedem guten Resultat und davon gab es beim Sauber-Team in dieser Formel-1-Saison einige. Der zweite Platz von Sergio Perez in Malaysia ist in weiten Kreisen auf die chaotischen Wetterbedingungen zurückgeführt worden und der dritte Platz in Montreal auf eine lupenreine Taktik. Erst mit dem Ehrenplatz in Monza hat der schnelle Mexikaner deutlich gemacht, dass der C31-Ferrari von Sauber zu den besten Autos überhaupt gehört.

Das hat auch Kamui Kobayashi als Vierter in Hockenheim und Fünfter in Barcelona bewiesen. Dass sich das nun auch in der Schlussabrechnung nachhaltig bemerkbar macht, ist das erklärte Ziel der Hinwiler Equipe in den verbleibenden Rennen. Mit der fünften Auflage des spektakulären Nachtrennens im Herzen von Singapur geht die Formel-1-WM in ihre entscheidende Phase, die aus sieben Grand Prix in Asien, Nord- und Südamerika besteht.

Ambitionierte Ziele

Zu verbessern gibt es bei Sauber den sechsten Platz in der Konstrukteuren-Wertung. Prominenter Gegenspieler mit derzeit 26 Punkten Vorsprung ist das mit einem weit höherem Budget operierende Mercedes-AMG-Team, das ein markantes Update seines Autos nach Singapur mitgebracht hat. Einige Positionen nach vorne im WM-Klassement wollen auch die Piloten. Perez greift als derzeitiger Neunter den Genfer Romain Grosjean, der nach seiner Sperre wieder im Lotus sitzt, sowie Nico Rosberg an. Kobayashi hat als Zwölfter zunächst einmal Michael Schumacher und Felipe Massa im Visier.

Beide Sauber-Piloten haben sich für das Nachtrennen, das am Sonntag um 14 Uhr Schweizer Zeit gestartet wird, viel vorgenommen. Und das, obwohl die Marina Bay dem Hinwiler Team bisher wenig Glück gebracht hat. Nick Heidfelds sechster Platz an der Premiere 2008 war für die Schweizer bisher das höchste aller Gefühle. Robert Kubica schaffte es ein Jahr später auf die achte Position, und im Vorjahr holte Perez als Zehnter einen Punkt. Saubers leitender Ingenieur an der Rennstrecke warnt deshalb vor allzu hohen Erwartungen. «Von den sieben verbleibenden Circuits betrachte ich Singapur als den schwierigsten für unseren C31», sagt Giampaolo Dall'Ara.

Die Motivation ist spürbar

«Nach dem Superergebnis von Sergio in Monza ist das Team hochmotiviert», sagt Kobayashi. «Bisher kam unser Auto auf der Strecke mit ihren vielen langsamen Kurven nicht so zurecht. Diesmal könnte es ganz anders werden.» Ähnlich sieht es auch Perez, der nach seinem zweiten Platz vor zwei Wochen in Monza bei McLaren ins Gespräch gebracht wurde. «Ich befinde mich in einer Position, in der ich gute Ergebnisse einfahre. Dann entstehen schnell Gerüchte», sagt der Mexikaner vor dem Rennen in Singapur. Und er zeigt sich kämpferisch. «Im mag Stadtkurse generell. Körperlich fordern einem diese Rennen alles ab», so Perez. Er fühle sich nach dem phantastischen Wochenende in Monza und den vielen positiven Reaktionen in seiner Heimat gut gewappnet. «Alles was uns jetzt noch fehlt, ist ein Sieg.»