Ein Sieg nur fürs Selbstvertrauen

St. Otmar gewinnt das Rückspiel im EHF-Cup gegen Sporta Hlohovec zu Hause 31:28. Nach dem 21:29 im Hinspiel ziehen aber die Slowaken in die nächste Runde ein. Für die St. Galler bedeutet die Partie trotzdem einen Schritt nach vorn.

Christof Krapf
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St. Otmars Captain Jakub Szymanski findet gegen den slowakischen Kontrahenten Hlohovec seine Form. (Bild: Urs Jaudas)

St. Otmars Captain Jakub Szymanski findet gegen den slowakischen Kontrahenten Hlohovec seine Form. (Bild: Urs Jaudas)

HANDBALL. Über den Sieg freute sich bei St. Otmar keiner. Die St. Galler gewannen im EHF-Cup zu Hause gegen den slowakischen Club Sporta Hlohovec mit 31:28. Nach dem 21:29 im Hinspiel vor einer Woche hätten die Ostschweizer aber einen Sieg mit neun Treffern Differenz gebraucht, um in die nächste Runde einzuziehen. Es war eine deutliche Hypothek, Chancen aufs Weiterkommen besass St. Otmar trotzdem. Denn die Slowaken waren im Rückspiel zwar ein unangenehmer, aber kein übermächtiger Gegner. Deshalb verliessen die St. Galler Spieler die Halle wohl mit dem Gefühl, dass in dieser Partie mehr möglich gewesen wäre. «Wir hätten bereits zur Pause mit sieben Treffern Differenz führen können, haben aber unsere guten Torchancen nicht genutzt. Das Weiterkommen wäre möglich gewesen», sagt St. Otmars Captain Jakub Szymanski.

Die St. Galler fanden zunächst gut in die Partie und hätten mehrfach die Chance gehabt, sich abzusetzen und den Gegner so unter Druck zu setzen. «Die Leistung im Angriff war besser als zuletzt», so Szymanski. Seine Mannschaft spielte zahlreiche aussichtsreiche Torchancen heraus, trat in der Offensive druckvoll auf und beging weniger technische Fehler als im Hinspiel. Zum erstenmal in dieser Saison bekam man den Eindruck, dass bei den St. Gallern eine Einheit auf dem Feld stand und nicht sechs Einzelspieler.

St. Otmar sündigt im Abschluss

Spielerisch überzeugte St. Otmar gegen Hlohovec – anders als in den vergangenen drei Partien – über weite Strecken. Im Abschluss sündigte das Heimteam aber zu oft. Immer wenn sich die St. Galler einen Vorsprung von drei, vier Treffern erarbeitet hatten, scheiterten sie am stark haltenden Hlohovec-Goalie Marian Zernovic, der 13 Abschlüsse der Ostschweizer abwehrte. Oder aber St. Otmar beging unnötige Fehler oder schwächte sich mit Zeitstrafen selber. «Für solche Spiele fehlt unserem Team wohl noch etwas die Routine», so Szymanski.

St. Otmar war zwar die spielbestimmende und stärkere Mannschaft. Mehr als einen Vorsprung von fünf Treffern kurz vor der Pause brachte die Mannschaft von Spielertrainer Jan Filip aber nicht zustande. Am Ende siegte St. Otmar zwar verdient, gefeiert wurde trotzdem auf der Hlohovec-Bank. Die Slowaken treffen nun in der zweiten Runde auf Banja Luka aus Bosnien-Herzegowina, für die St. Galler ist das Europacup-Abenteuer bereits nach zwei Partien beendet.

Steigerung bei Szymanski

Auch wenn St. Otmar es verpasst hat, sich gegen Hlohovec durchzusetzen: Das Rückspiel war ein Schritt nach vorne. Besonders Szymanski steigerte sich im Vergleich zu den ersten drei Partien der Saison. Bisher wirkte der Captain verunsichert, wenig torgefährlich und konnte seine Qualität nicht ausspielen. Gegen Hlohovec zeigte er aber, wie viel er St. Otmar bringen kann. Der 30jährige Tscheche erzielte sieben Treffer, führte das St. Galler Angriffsspiel als Regisseur und glänzte immer wieder mit – teilweise blind gespielten – Pässen an den Kreis. «Ich bin erleichtert, dass ich den Tritt gefunden habe. Ein solcher Auftritt stärkt das Selbstvertrauen», so Szymanski. Ein Selbstvertrauen, das er und seine Teamkollegen trotz Europacup-Aus brauchen können.