Ein Schuss vor den Bug für andere Clubs

Der FC St. Margrethen ist in den Schlagzeilen. Der Rheintaler Club aus der 2. Liga interregional hat fünf ausländischen Spielern ohne Arbeitsbewilligung eine Spesenentschädigung von je 300 Franken im Monat bezahlt und ihnen eine Wohnung zur Verfügung gestellt.

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Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St. Galler Tagblatt (Bild: Patricia Loher)

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St. Galler Tagblatt (Bild: Patricia Loher)

Der FC St. Margrethen ist in den Schlagzeilen. Der Rheintaler Club aus der 2. Liga interregional hat fünf ausländischen Spielern ohne Arbeitsbewilligung eine Spesenentschädigung von je 300 Franken im Monat bezahlt und ihnen eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen verurteilte die fünf Männer aus Bosnien und Brasilien zu bedingten Geldstrafen, sie mussten das Land verlassen. Zudem laufen gegen Verantwortliche des Clubs Ermittlungen.

Den Präsidenten von Fussballclubs werden täglich ausländische Spieler angeboten. Viele erhoffen sich mit einem Engagement in der Schweiz – sei es in einer noch so tiefen Liga – Fuss zu fassen in Europa. Doch stammen die Leute aus Drittstaaten, also aus Ländern, die nicht der EU angehören, erhalten sie nur ein Touristenvisum. Damit durften die Brasilianer und Bosnier zwar sehr wohl für St. Margrethen spielen, hätten dafür aber vom Club keine Entschädigung erhalten dürfen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass im Amateurfussball an einigen Orten gutes Geld bezahlt wird. Vielen Clubs ist es wichtig, mindestens in der 2. Liga zu spielen. Alleine mit eigenen Junioren sind die Ansprüche nicht mehr zu erfüllen. So werden, wie im Spitzenfussball auch, Akteure hin und her transferiert. Richtig verlockend wird es, wenn ein Spieler aus dem Fussballland Brasilien anklopft. Die Vorkommnisse in St. Margrethen dürften für andere Amateurvereine ein Schuss vor den Bug gewesen sein. Sie müssen künftig aufpassen, wollen sie Spieler aus Drittstaaten einsetzen. Brasilianische Spielfreude darf zwar sein in unteren Ligen, nur kosten darf sie nichts.