Ein Paar hat noch sehr viel vor

Vor allem auf der offenen Radrennbahn in Oerlikon gewinnen Andrea Wolfer und jetzt auch immer mehr Tristan Marguet. Beide stehen kurz vor dem Abschluss der Sportler-Rekrutenschule. Seit kurzem wohnen sie im Thurgau.

Ruedi Stettler
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Andrea Wolfer und Tristan Marguet möchten sich wenn immer möglich nicht nur im Fotostudio von ihrer besten Seite zeigen. (Bild: üc)

Andrea Wolfer und Tristan Marguet möchten sich wenn immer möglich nicht nur im Fotostudio von ihrer besten Seite zeigen. (Bild: üc)

Rad. Bei den traditionellen Dienstagabendrennen in Oerlikon heisst die Siegerin bei den Frauen des öftern Andrea Wolfer. Die 23jährige gelernte Sportartikel-Verkäuferin ist seit einiger Zeit Radprofi. Ihren Hauptaugenmerk hat sie mittlerweile von der Strasse mehrheitlich auf die Bahn verlegt, mit einem logischen Hintergedanken: «Ich möchte an den Olympischen Sommerspielen vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 in London teilnehmen.»

In den letzten Tagen musste sie einen Dämpfer ertragen. Als Einzelfahrerin an der Schweizer Strassenmeisterschaft musste sie bei Rennhälfte wegen akuter Muskelprobleme aufgeben. Aus diesem Grunde verzichtete die vor knapp vier Monaten von Elgg nach Weingarten umgezogene ehemalige Bahn-Juniorenweltmeisterin Anfang Woche auch auf das international gut besetzte Drei-Tage-Rennen von Fiorenzuola (It). Jetzt heisst es so schnell wie möglich gesund werden.

Die stets gutgelaunte Sportlerin hat eine logische Erklärung für ihre Schmerzen: «Ich bin auf der Bahn und der Strasse inklusive Zeitfahren angetreten. Benötigte dabei drei verschiedene Räder und musste immer eine andere Position einnehmen.»

Gleich dreimal Marguet

Ebenfalls mit dem Fernziel London 2012 vor Augen dreht ihr Freund Tristan Marguet gerne seine Runden in Oerlikon. Am Dienstag durfte der am 22. August 24 Jahre alt werdende Westschweizer gleich dreimal den Siegerstrauss abholen. Böse Zungen meckerten allerdings, dass dies nur möglich geworden sein, weil Lokalmatador Franco Marvulli in Italien engagiert war. Marguet kümmern solche Sprüche nicht: «Die Konkurrenz war auch ohne Marvulli nicht so schlecht.»

An den Titelkämpfen absolviert Marguet am nächsten Montag die 4000-m-Einzelverfolgung sowie am Dienstag das Scratch-Rennen und das Punktefahren. Das Mitglied von Olympia Biel wagt eine mutige Prognose: «Einen Titel will ich unbedingt holen. Es darf aber auch mehr sein.»

RS bald vorbei

Andrea Wolfer und auch Tristan Marguet stecken in der Schlussphase der Sportler-Rekrutenschule. Noch zwei Wochen gilt es zu überstehen. Der Westschweizer ist aber voll des Lobes über das Militär: «Nur die ersten sechs Wochen in Lyss waren als Grundausbildung relativ hart. Nachher weilten wir in Magglingen und konnten wirklich immer optimal trainieren. Ich kann Spitzensportlern dasselbe nur empfehlen.» Mit Andrea Wolfer und Tristan Marguet macht sich also ein Neo-Thurgauer-Paar auf, die Schweizer Rennfahrerelite aus dem Thurgau neu aufzumischen.

Der VC Fischingen (an den Schweizer Strassenmeisterschaften holten seine Mitglieder gleich sieben Medaillen) ist auf der Bahn in Oerlikon ebenfalls vertreten. Vor allem die Familie Nef aus Thundorf sorgt dafür, Raphael als Ältester mit der Startnummer 18 trägt diese Trikot-Farben.

Aufstrebende Zwillinge

Die jüngeren Zwillinge Stephan und Andreas wollen ihm als Mitglieder des RMV Elgg ebenso nacheifern wie Schwester Martina. Das freut den Präsidenten der Interessengemeinschaft offene Rennbahn (Igor), Alois Iten, der als Betriebsleiter zudem die Nachwuchskurse auf der Bahn leitet: «Stephan und Andreas haben schon zügig Fortschritte gemacht. Sie sind auf einem guten Weg.» Die Nef-Zwillinge erhalten im Moment zudem von Altmeister Godi Schmutz den letzten Schliff im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaften.

Den Kurs ebenfalls in Angriff genommen hat Lukas Rutishauser (16) aus Wittenwil. Der ehemalige Radprofi und Vater von Andrea, Bruno Wolfer, sieht im Hinterthurgauer gar einen Kandidaten für die Jugendolympiade.

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