Ein Österreicher für St. Otmar?

Handball. Nach dreiwöchiger Pause geht am Montag bei St. Otmar das Training weiter. Dann wird der Mannschaft auch der neue Coach vorgestellt.

Rabea Huber
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Nach dem überraschenden Abgang von Pàl Kocsis wurde über dessen Nachfolge viel spekuliert. Der frühere Assistenztrainer St. Otmars Enver Koso wurde als Kandidat gehandelt, und mit dem Aufstieg von Fortitudo Gossau hat sich auch dessen Trainer Predrag Borkovic ins Gespräch gebracht. Und wie immer, wenn St. Otmar einen neuen Trainer sucht, wurde auch Arno Ehret genannt.

Nun aber scheint mit Markus Burger ein Österreicher Favorit zu sein. Bestätigen will dies bei St. Otmar niemand, sicher ist nur, dass am Montag das Training wieder aufgenommen wird und dann auch der neue Trainer präsentiert werden soll.

Ferien zur Trainersuche genutzt

In drei Phasen war die Vorbereitung St. Otmars auf die neue Saison unterteilt: In den ersten vier Wochen wurde die Basis in Kraft und Lauftrainings gelegt und wurden die Spieler danach in ihre dreiwöchigen Ferien entlassen. Am Montag startet nun die letzte Phase. Dass die Ferien der Spieler dazu genutzt werden müssen, einen Trainer zu suchen, war nicht geplant. «Der Rücktritt von Kocsis hat sich nicht abgezeichnet», sagt St. Otmars Präsident Heini Seger. Man habe seinen Entscheid aber akzeptiert. «Der Zeitpunkt war nicht ideal, doch es war gut, dass es nicht noch später war.»

Um die Suche nach einem neuen Trainer hat sich der sportliche Leiter Reto Valaulta gekümmert. Dieser war laut Seger selber ein Thema, Valaulta wollte jedoch sportlicher Leiter bleiben und stand nicht zur Verfügung.

Als erstes hat der Vorstand eine Auslegeordnung mit möglichen Kandidaten vorgenommen. Namen wurden zusammengetragen, und fünf Bewerbungen sind eingetroffen. Nach ersten Gesprächen hat der Vorstand seinen Kandidatenkreis auf drei Personen verkleinert. «Wir mussten bei der Trainersuche vorwärts machen, konnten deshalb nicht alle genauer ansehen», sagt Seger. «Trotzdem wollten wir offenbleiben.»

Das Team weiterbringen

Bei der Auswahl hatte erste Priorität, dass ein Trainer das Team weiterbringen kann. «Denn finanziell können wir nicht mit Amicitia Zürich oder den Kadetten GCZ mithalten. Unsere Stärke ist das Team», so Seger. Weitere Kriterien waren der Wohnort und die Gehaltsvorstellung. Deshalb dürfte der frühere Schweizer Nationaltrainer Arno Ehret, der Ende Saison sein Engagement bei den Grasshoppers als Sportchef beendet hatte, aus dem Rennen sein. Ehret war bei St. Otmar vor zwei Jahren schon im Gespräch, als Alex Bruggmann entlassen wurde.

Nach Bruggmann hatte Assistenztrainer Enver Koso das Team interimistisch betreut. Unter dem späteren Trainer Per Carlén wollte Koso seine Arbeit aber nicht weiterführen. Vergangne Saison übernahm er St. Otmars Frauen, gab nach einer Saison im Frühling jedoch seinen Rücktritt bekannt. «St. Otmars Männer interessieren mich natürlich grundsätzlich, ich hatte aber mit dem Club in den vergangenen Wochen keine Gespräche», sagt Koso.

Gute Kontakte pflegt Reto Valaulta ins benachbarte Ausland. Markus Burger hat Ende Saison, den österreichischen Serienmeister Bregenz nach acht Jahren als Assistenztrainer verlassen und sucht eine neue Herausforderung. Nach der Verpflichtung eines hauptamtlichen Trainers sah er in Bregenz keine Möglichkeit mehr, sich weiterzuentwickeln. Er ist daher wohl Hauptfavorit bei St. Otmars Trainerwahl.

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