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Hochkarätiger Zuzug: St.Gallen ist das neue Zuhause der schnellsten Schweizer Sprinterinnen

Fünf der neun besten Schweizer Sprinterinnen trainieren neu unter Christian Gutgsell in St. Gallen. Sie wollen sich für die erfolgreiche Schweizer Staffel empfehlen. Dafür ziehen auch die Westschweizerinnen um.
Fritz Bischoff
Die Stimmung in der neuen Trainingsgemeinschaft ist gut: Sarah Atcho, Riccarda Dietsche, Samantha Dagry, Salomé Kora und Laetitia Hermet (von links). (Bild: Urs Bucher)

Die Stimmung in der neuen Trainingsgemeinschaft ist gut: Sarah Atcho, Riccarda Dietsche, Samantha Dagry, Salomé Kora und Laetitia Hermet (von links). (Bild: Urs Bucher)

Die Schweizer 4×100-m-Staffel der Frauen hat in der jüngsten Vergangenheit an internationalen Wettbewerben positive Schlagzeilen gemacht. Sie stellte seit 2011 neun Schweizer Rekorde auf und verpasste keinen internationalen Grossanlass wie etwa die Olympischen Spiele, WM oder EM. Dem Quartett mit Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Mujinga Kambundji und Salomé Kora gelang im Juli des vergangenen Jahres an der Athletissima auf der Lausanner Pontaise mit dem Rekord von 42,29 Sekunden eine eigentliche Fabelzeit.

Von Lausanne nach St.Gallen

Einen wesentlichen Anteil an diesem Schweizer Rekord hatten nicht nur die Sprinterinnen, sondern auch ihr Trainer Laurent Meuwly. Auf den 1. April 2019 wechselte der Freiburger Cheftrainer für Hürden und Sprint vom schweizerischen zum niederländischen Leichtathletikverband. Damit drängte sich insbesondere für die Sprinterinnen aus der Romandie eine Neuorientierung auf. Diese ist nun gefunden worden, indem die Sprinterinnen aus der Westschweiz in die Ostschweiz wechseln – ihren Trainingsmittelpunkt von Lausanne nach St. Gallen verschieben.

Gutgsell ist mit einem Teilpensum Sprintchef

Die 23-jährige Lausannerin Sarah Atcho mit einer Bestzeit von 11,20 Sekunden über die 100 m die zweitschnellste Schweizerin, die 24-jährige Genferin Laetitia Hermet und die 23-jährige Lausannerin Samantha Dagry trainieren neu zusammen mit der 24-jährigen St. Gallerin Salomé Kora und der 22-jährigen Riccarda Dietsche aus Altstätten in einer Trainingsgruppe unter Christian Gutgsell. Der 38-jährige diplomierte Physiotherapeut und Absolvent der Deutschen Sporthochschule Köln ist mit einem Teilpensum als «Cheftrainer Sprint» innerhalb der Strukturen des Nationalen Leichtathletik-Leistungszentrums Ostschweiz für die schnellen Frauen verantwortlich. Der frühere Zehnkämpfer Gutgsell sagt:

«Unser Ziel ist es, die Sprinterinnen auf dem schon bisher erfolgreichen Weg in ihrer Leistungsentwicklung noch weiterzubringen.»

Von dem aktuell acht Sprinterinnen umfassenden Nationalkader gehört neu die Hälfte der Athletinnen der Ostschweizer Trainingsgruppe an. Nicht dabei sind die Schweizer Rekordhalterin Mujinga Kambundji, die sich der Trainingsgruppe des Engländers Steve Fudge angeschlossen hat, die Tessinerin Ajla del Ponte, die neu in den Niederlanden trainiert, sowie die Winterthurerin Cornelia Halbheer und Fanette Humair aus Bassecourt.

«Anlässlich von Kaderzusammenzügen wird dann jeweils das gemeinsame Staffeltraining unter dem Nationaltrainer Raphaël Monachon erfolgen», sagt Christian Gut­gsell, dem als Co-Trainer der ehemalige Weitsprung-Schweizer-Meister Yves Zellweger zur Seite steht. Er betont auch, dass er seine Athletinnen in erster Linie individuell fordern und fördern will. Dass in seinem Trainingsumfeld neu fünf der neun schnellsten Schweizerinnen des vergangenen Jahres gemeinsam trainieren, sieht er als zusätzlichen Motivationsfaktor. «Die Frauen haben den stetigen Vergleich untereinander und vor allem einen stetigen gesunden Konkurrenzkampf.»

«Die Westschweizerinnen sind offener»

Diesen Konkurrenzkampf sehen auch die Betroffenen positiv. «In St. Gallen habe ich den direkten Vergleich mit Salomé Kora und Riccarda Dietsche, die schon bisher unter dem – wie ich glaube besten Trainer – Christian Gut­gsell trainierten», begründet Sarah Atcho ihren Umzug von der West- in die Ostschweiz. Diese Gründe gelten auch für Samantha Dagry. Sie sagt:

«Da wir uns alle schon längere Zeit kennen
und untereinander eine sehr gute Stimmung haben, ist der Wechsel doch recht leicht gefallen.»

Als einen eigentlichen Glücksfall sieht Salomé Kora die neue Trainingskonstellation mit dem Ostschweizer Leistungszentrum. «Dass wir nun eine direkte Konkurrenz haben, wird uns alle einen grossen Schritt weiterbringen. Zudem können wir voneinander sehr viel lernen.» Das gegenseitige Lernen hat für die Rheintalerin Riccarda Dietsche noch einen weiteren Aspekt. «Es gibt zwischen uns doch Mentalitätsunterschiede. Die Westschweizerinnen schwatzen viel, sind viel offener, extrovertierter und oft lustig. Da können wir sicher noch etwas zulegen.»

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