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«Ein neues Stück Stadt St.Gallen» - Regierung beantragt 160-Millionen-Kredit für HSG-Campus

Die Regierung hat die Botschaft über die Erstellung des Campus Platztor für die Universität St.Gallen (HSG) verabschiedet und beantragt dem Kantonsrat einen Kreditbedarf von 160 Millionen Franken. «Mit dem zweiten Standort erhält die HSG den dringend benötigten Raum für Lehre und Forschung», so die Regierung in einer Mitteilung. Gleichzeitig entstehe ein neues Stück Stadt St.Gallen.
Tim Naef
Areal am Platztor: Hier soll der neue Uni-Campus entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Areal am Platztor: Hier soll der neue Uni-Campus entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Auf dem Areal Platztor am Unteren Graben in der Stadt St.Gallen soll ein neuer Standort für die Lehre und Forschung der Universität St.Gallen entstehen. Rund 3‘000 Studierende sowie Dozierende und Mitarbeitende sollen künftig im Neubau ein- und ausgehen. Der Kantonsrat berät das Bauvorhaben in erster Lesung im November 2018 und in zweiter Lesung im Februar 2019. Stimmt das Parlament zu, entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Juni 2019 über das Bauprojekt.

An der Medienkonferenz zum Projekt unterstrich Stefan Kölliker, Regierungspräsident und Vorsteher des St.Galler Bildungsdepartements, die regionalwirtschaftliche- und bildungspolitische Bedeutung der HSG: «Die Bedeutung des Vorhabens sehen Sie nur schon daran, dass neben mir als Bildungsdirektor auch der Bauchef, der Rektor und der Stadtpräsident sitzen. Die HSG ist ein Leuchtturm der Ostschweiz mit internationaler Strahlkraft. Die Leute dürfen ruhig stolz darauf sein.»

Auch Regierungsrat Marc Mächler lobte das Projekt: «Die HSG kommt mit dem Standort am Platztor in die Stadt herunter. Man hätte auch sagen können, man baut ausschliesslich auf dem Rosenberg aus. Aber dann wären die Reserven für Projekte der nächsten Generation aufgebraucht.»

Bund, HSG und Stadt beteiligen sich

Die Gesamtkosten für den Campus Platztor betragen 207 Millionen Franken. Darin enthalten ist ein voraussichtlicher Bundesbeitrag von 25 Millionen Franken. Die Universität St.Gallen beteiligt sich mit 20 Millionen Franken an den Gesamtkosten. Im Rahmen des Grundstückverkaufs am Platztor leistet die Stadt St.Gallen einen Standortbeitrag von 2 Millionen Franken. Für den Kanton resultiert somit ein Kreditbedarf von 160 Millionen Franken.

Auch Stadtpräsident Thomas Scheitlin war an der Medienkonferenz vertreten und sagte: «Die HSG ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Stadt. Ein Ausbau und die Nähe zur Olma kann auch Vorteile im Kongress- und Übernachtungsbereich bringen. Ausserdem wird das Wohnquartier Rotmonten entlastet, wenn die in verschiedenen Wohnhäuser verstreuten Institute an den grossen Unistandorten konzentriert werden.»

Drei Projekte für die HSG

Zusätzlich zum Bau des neuen Campus' am Platztor wird das Bibliotheksgebäude am Rosenberg aus dem Jahr 1989 saniert. «Da der neue Campus vor allem für Lehre und Forschung genutzt wird, fehlen der Universität St.Gallen weiterhin Lern- und Arbeitsplätze», so die Regierung. Die HSG Stiftung werde darum am Standort Rosenberg ein Learning Center erstellen. Mit den 500 bis 700 Lern- und Arbeitsplätzen im Learning Center könne der Raumbedarf der HSG nach einer grösseren Lernumgebung erfüllt werden.

Bedarf ist unbestritten

Die Universität St.Gallen benötigt dringend mehr Raum, heisst es in der Mitteilung. Der heutige Standort am Rosenberg sei für rund 5‘000 Studierende ausgelegt, das Bibliotheksgebäude auf 3‘500 Studierende. Darüber hinaus laufen die Baubewilligungen für die Provisorien in den kommenden Jahren aus. «Die drei Projekte stärken die HSG und den Bildungsstandort Ostschweiz, da andere Kantone in den kommenden Jahren ebenfalls hohe Investitionen in ihre Universitätsinfrastruktur tätigen.»

HSG-Rektor Thomas Bieger unterstrich an der Medienkonferenz nochmals die Wichtigkeit des Projekts: «Junge Leute wollen auch im Zeitalter der Digitalisierung weiterhin den direkten Austausch. Wissen kann heute zwar immer mehr digital vermittelt werden. Aber es gibt noch zwei weitere Lernzielebenen neben <Learning>, nämlich <Doing> und <Being>. Also Teamarbeit, Projekte und Persönlichkeitsentwicklung. Der Raumbedarf der im Wissensbereich durch die Digitalisierung eingespart werden kann, wird vermehrt auf anderen Lernzielebenen gebraucht und damit kompensiert. Der Raumbedarf der HSG ist ausgewiesen. Wir wollen sicher keinen zusätzlichen Raum auf Vorrat schaffen, dann bestünde nämlich die Gefahr, den Raum füllen zu wollen und damit die Anforderungen und damit die Qualität zu senken.»

Ein neues Stück Stadt schaffen

Der Neubau soll das Gebiet am Rand der Altstadt städtebaulich aufwerten, schreibt die St.Galler Regierung in einer Medienmitteilung. Gleichzeitig rücke die HSG und die Stadt mit dem zweiten Standort näher zusammen. Der Aussenraum des Neubaus wird öffentlich zugänglich sein. Ein Platz entlang des Unteren Grabens soll Ankunfts- und Aufenthaltsort sein und die Altstadt mit dem neuen Stück Stadt verbinden. Um das Platztor «optimal anzubinden», sollen die Unterführung vergrössert und zusätzliche Fuss- und Veloübergänge erstellt werden. Für eine direkte Fusswegverbindung zwischen den Standorten soll eine wesentliche Lücke im Treppensystem geschlossen werden. Wie das Gebäude dannzumal aussehen wird, zeigt der Architekturwettbewerb. Dieser erfolgt nach der Volksabstimmung. Der Baubeginn ist für das Jahr 2024 geplant, die Fertigstellung auf Ende 2027.

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