Ein Mann mit heulenden Motoren

Für den 23jährigen Kreuzlinger Philipp Frommenwiler ist mit dem Beginn des Winters die Rennsaison zu Ende. Zufrieden blickt er auf den Porsche-Carrera-Cup zurück, der auch von einem Unfall überschattet wurde.

Jarima Haas
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Philipp Frommenwiler (Nr. 77) erreichte beim letzten Saisonrennen des Porsche-Carrera-Cups auf dem Hockenheimring den achten Platz. (Bild: Tim Upietz)

Philipp Frommenwiler (Nr. 77) erreichte beim letzten Saisonrennen des Porsche-Carrera-Cups auf dem Hockenheimring den achten Platz. (Bild: Tim Upietz)

AUTO. Der Motorsport ist sein Leben. Philipp Frommenwiler liebt das Geräusch der aufheulenden Motoren und den Nervenkitzel. Doch auch Unfälle gehören dazu. Dies erlebte der Kreuzlinger Mitte September in Oschersleben am eigenen Leib. Frommenwiler kämpfte um Platz sieben, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in die Leitschienen knallte. Der 23-Jährige blieb unverletzt und hatte Glück im Unglück. Sein Porsche war völlig zerstört.

«Klar, Unfälle sind nicht alltäglich. Aber wenn es doch geschieht, ist man im Auto sehr gut geschützt. Und trotzdem, es war mein erster Unfall dieser Art», schildert Frommenwiler das Erlebnis. Zwei Wochen habe er noch Nachwehen gespürt, vor allem im Nacken und Rücken sowie am Kopf. «Danach haben mentales und sportliches Training gereicht und ich war wieder am Start», erinnert sich der Youngster. Er sei danach mit demselben Gefühl wie vorher wieder in seinen motorisierten Untersatz gestiegen.

Aus eigener Kraft

Zum Abschluss der diesjährigen Saison fuhr der 23-Jährige auf dem Hockenheimring. Wie ist es ihm ergangen? «Weil mein Auto bei meinem Unfall einen Totalschaden erlitten hat, habe ich für das letzte Rennen ein neues Fahrzeug erhalten. Das bereitete mir in den Trainings, im Qualifying und im ersten Lauf Probleme», sagt Frommenwiler. Trotzdem ist der Renntag sehr gut verlaufen. Denn der Kreuzlinger fuhr auf den achten Platz. «Im Qualifying habe ich lediglich den 14. Startplatz errungen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, dass ich am Rennen aus eigener Kraft bis auf Platz acht gefahren bin», strahlt Frommenwiler.

Eigentlich blickt der Thurgauer zufrieden auf die vergangene Saison zurück. So erreichte er im Qualifying auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt, der 25,4 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife, den 3. Rang. Das Erfolgserlebnis währte jedoch nicht lange: Denn als es ernst galt, wurde der Kreuzlinger vom Pech verfolgt. Sein Fahrzeug war ab der ersten Runde beschädigt, weshalb er gegen seine Gegner keine Chance hatte und auf den 10. Platz fuhr.

Besser lief es Frommenwiler auf dem Norisring. Dort durfte er sich über die Plätze vier und fünf freuen. Seine zweite Porsche-Carrera-Cup-Saison beendete er schliesslich auf dem 9. Rang. «Ich hatte heuer zu viele Ausfälle, weshalb ich meine Ziele nur teilweise erreicht habe. 2013 soll sich das ändern. Da möchte ich mich unter den ersten vier klassieren.»

Vitaparcours im Winter

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit wird es für Frommenwiler nicht minder streng als im Som-mer. Zwar sind die Rennen gelaufen, doch steht zum Beispiel der Saisonabschluss mit den Sponsoren im Porsche-Zentrum Winterthur auf dem Programm. «Bei gemütlichem Beisammensein möchte ich meinen Unterstützern danken. Und den Abend nutzen, um die einen oder anderen wiederzusehen», erzählt Frommenwiler. Aber auch sportlich bleibt er nicht untätig. Die Vorbereitung im Winter sei schwierig, trotzdem gehe er regelmässig auf den Vitaparcours. «Klar nutze ich die Zeit auch, um ein wenig kürzerzutreten und mental zurückzufahren. Doch bereits im Februar, spätestens jedoch im März sind erste Tests in Spanien geplant», so Frommenwiler, der sich neben dem Rennsport auch auf seine Weiterbildung an der Höheren Fachschule für Wirtschaft in St. Gallen konzentriert. Und Ferien? «Mal sehen, zurzeit habe ich keine geplant. Aber vielleicht nehme ich mir dann doch eine Auszeit von vier oder fünf Tagen», lacht er.

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