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Ein Mann für die kleinen Schritte

Mit Konrad Fünfstück übernimmt in Wil ein pragmatischer Mann. Er will den Club wieder zum soliden Ausbildungsverein machen. Dass er die Liga wenig kennt, sieht Präsident Roger Bigger nicht als Nachteil.
Ralf Streule
Gestern trainierten die Spieler das erste Mal unter dem neuen Übungsleiter Konrad Fünfstück. (Bild: Benjamin Manser)

Gestern trainierten die Spieler das erste Mal unter dem neuen Übungsleiter Konrad Fünfstück. (Bild: Benjamin Manser)

Ralf Streule

Die Verantwortlichen des FC Wil trugen gestern weisse Hemden. Das tun sie bei offiziellen Anlässen zwar immer. Gestern Nachmittag bei der Trainerpräsentation aber schien das Weiss besonders hell und symbolisch zu leuchten. Beim FC Wil wird alles neu, etwas reiner, etwas jünger, etwas vernünftiger. Keine hohen Millionenbeträge sollen den Challenge-League-Club in die Zukunft führen, sondern solide Arbeit. Und auch wenn es der gefühlt zehnte Neuanfang ist im Bergholz in den vergangenen Monaten: Es dürfte einer sein, der in der Öffentlichkeit mehr Kredit geniesst als jene zuvor.

Konrad Fünfstück, 36-jähriger Trainer aus Bayreuth, wird beim Neuanfang eine Hauptrolle einnehmen. Nicht mit Erfolgen im Grossen hat er zuletzt gepunktet, aber mit unaufgeregter Arbeit im Nachwuchs von Greuther Fürth und Kaiserslautern – und mit 27 Einsätzen als Trainer Kaiserslauterns in der 2. Bundesliga.

«Der Club muss das Vertrauen zurückgewinnen»

Fünfstück wirkt gewinnend und pragmatisch. Er wolle keine Luftschlösser bauen in Wil. «Wir wollen dem Umfeld mit ehrlicher Arbeit zeigen, dass wir es ernst meinen.» Der Club müsse das Vertrauen zurückgewinnen, sagt er mit Blick auf die turbulenten Monate des FC Wil, die auch in Deutschland wahrgenommen worden seien. Erst vor 14 Tagen wurde der Kontakt zwischen dem FC Wil und Fünfstück geknüpft. Sechs Trainer sind gemäss Präsident Roger Bigger in der Endauswahl gestanden. Fünfstücks Dossier sei dabei «herausgestochen». Der Deutsche hat in Köln die Ausbildung zum Fussballlehrer absolviert. Ausschlaggebend war laut Bigger aber: «Er hat gezeigt, dass er etwas aufbauen kann und auf junge Spieler setzt.» Damit passe er zur Philosophie des FC Wil, der sich wieder als Ausbildungsclub definiere.

Dennoch stellt sich die Frage: Weshalb setzt der FC Wil auf einen Trainer, der mit der Challenge League bisher wenig Berührungspunkte hatte? Bigger: «In der Beurteilung ging es nur um die fachliche Kompetenz. Dass er die Liga nicht im Detail kennt, kann ein Vorteil sein: Er geht unvoreingenommen ans Werk.»

Ganz fremd ist dem neuen Trainer die Challenge League nicht. In der Zeit nach seinem Abgang in Kaiserslautern vor einem Jahr habe er Ligen in Deutschland, Österreich, den Beneluxstaaten und der Schweiz verfolgt und Kontakte geknüpft. Auch Spiele des FC Wil habe er gesehen. «Ich weiss, was mich erwartet. Und dass die Challenge League eine grosse Herausforderung für uns wird.»

Mit Fünfstück wird auch Marco Grimm, sein Assistenztrainer aus der 2. Bundesliga, zum FC Wil stossen. Der bisherige Wiler Co-Trainer Ercüment Sahin hingegen wurde freigestellt. Eine Änderung ist zudem auch im Nachwuchs vorgesehen: Denis Sonderegger, der zuvor die U16 des FC Wil trainierte, wird die U20 übernehmen.

Fünfstück wird als Mitglied der Sportkommission auch bei der personellen Ausrichtung des Clubs grosses Gewicht haben. «Wir wollen dabei sportlich die kleinen, soliden Schritte gehen», sagt er in der neuen Wiler Tonalität. Nicht lange ist es her, da war im Bergholz noch vom grossen Schritt nach oben zu hören.

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