Ein Klassiker für Afrika

Roger Federer gegen Rafael Nadal: Ein Spiel zwischen dem Schweizer und dem Spanier ist derzeit das Beste, was das Tennis zu bieten hat. Heute abend treffen sie zum erstenmal in der Schweiz aufeinander – für einen guten Zweck.

Markus Zahnd
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Machen gemeinsame Sache: Roger Federer und Rafael Nadal spielen gegeneinander, um Geld für ihre Stiftungen zu sammeln. (Bild: epa/Sergio Barrenechea)

Machen gemeinsame Sache: Roger Federer und Rafael Nadal spielen gegeneinander, um Geld für ihre Stiftungen zu sammeln. (Bild: epa/Sergio Barrenechea)

Tennis. Rafael Nadal ist auf dem Tennisplatz nicht der Lieblingsgegner von Roger Federer. 22mal spielte der Schweizer schon gegen den 24jährigen Spanier – und ging dabei 14mal als Verlierer vom Feld. Zudem hat ihn Nadal nach seinem fünften Erfolg an den French Open im vergangenen Juni wieder von der Spitze der Weltrangliste verdrängt und ihn somit (vorerst) daran gehindert, den Rekord von Pete Sampras als Spieler mit den meisten Wochen als Nummer eins zu knacken.

Dennoch konnte sich Federer für heute abend keinen besseren Gegner vorstellen. Es gibt im Welttennis derzeit keine Affiche, die mehr Leute in den Bann zieht als eine Partie zwischen Federer und Nadal. Seit den French Open 2005 standen sich die beiden in 21 von 23 möglichen Grand-Slam-Finals gegenüber. Genau deshalb ist der Spanier heute die ideale Besetzung. Denn für einmal geht es im Zürcher Hallenstadion beim «Match for Africa» nicht um Weltranglistenpunkte und Titel, sondern um einen guten Zweck.

«Wir erwarten eine Million»

Der Erlös des Abends fliesst vollumfänglich in die «Roger Federer Foundation». Genaue Zahlen, wie viel Geld man sich vom Anlass erhofft, wollten die Organisatoren nicht nennen. «Aber wir erwarten mindestens eine Million Franken», sagte Federers Vater Robert, der zum Stiftungsrat gehört. Damit der Gewinn möglichst hoch ausfällt, gab es gestern noch einen Galaabend mit 350 geladenen Gästen, an dem ebenfalls Geld gesammelt wurde, zudem wurde vergangene Woche ein Spendentelefon (0901 311 411) eingerichtet.

Federer hat die Stiftung 2003 gegründet und sie seither stets ausgebaut. Mit dem Geld werden vorwiegend Kinder in Afrika unterstützt. «Sie fördert die Entwicklung von individuellen Fähigkeiten, sucht innovative Lösungsansätze und handelt zielorientiert, um die Situation der Kinder nachhaltig zu verbessern. Das Engagement ist auf einige ausgesuchte Länder konzentriert», wird die Grundidee auf der Homepage beschrieben. Die ausgewählten Länder sind Äthiopien, Tansania, Malawi, Simbabwe und Südafrika. Zudem ist die Stiftung über die Sporthilfe auch in der Schweiz aktiv. 2009 wurden mit dem Geld über 10 000 Kinder unterstützt. «Ich habe einfach Spass daran, anderen zu helfen», begründet Federer sein Engagement.

Revanche in Madrid

Auch wenn es heute abend im ersten Spiel zwischen den beiden in der Schweiz nicht um den Sieg geht, werden beide alles daran setzen, die Zuschauer mit hochklassigem Tennis zu unterhalten. Und morgen bietet sich dem «Verlierer» gleich die Chance zur Revanche. Denn nach dem Spiel in Zürich fliegen Federer und Nadal nach Madrid, wo sie am Abend ebenfalls gegeneinander antreten werden. Der Erlös aus jenem Spiel fliesst in die «Fundación Rafa Nadal». 2007 hat der Spanier eine Stiftung gegründet, mit der er durch Ausbildungsprogramme sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen hilft.

Nach dem zweiten Showkampf endet das gemeinsame Engagement der beiden. Sie werden sich auf die kommende Saison vorbereiten, in welcher der Wunschgegner wieder zum Angstgegner werden könnte.

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