Ein Jordanier will Blatters Job

Der Schweizer FIFA-Präsident Sepp Blatter erhält Konkurrenz. Der Jordanier Ali bin al-Hussein will den 78-jährigen Walliser als Chef des Weltfussballverbandes ablösen.

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Im Mai 2014 beschenkte Ali Bin al Hussein (links) Fifa-Chef Sepp Blatter noch - nun will er ihn aus dem Amt hebeln. (Bild: Keystone)

Im Mai 2014 beschenkte Ali Bin al Hussein (links) Fifa-Chef Sepp Blatter noch - nun will er ihn aus dem Amt hebeln. (Bild: Keystone)

Der jordanische Verbandschef und FIFA-Vizepräsident Prinz Ali bin al-Hussein will am 29. Mai gegen Blatter bei der FIFA-Präsidentschaftswahl antreten. Dies teilte der 39-jährige Vizepräsident der FIFA via Twitter mit. "Es war kein einfacher Entscheid", schrieb er. Ali bin al-Hussein berichtete von vielen Gesprächen innerhalb der FIFA. "Die Message, die ich immer wieder hörte, war: Es ist Zeit für einen Wandel." Der Fussball an sich müsse wieder mehr in den Fokus gelangen, so Bin al-Hussein.

Frist bis Ende Januar
Der Jordanier wurde seit längerem als möglicher Herausforderer gehandelt. Zuvor schon hatte der als wenig aussichtsreich geltende frühere französische FIFA-Funktionär Jérôme Champagne seine Absicht zur Kandidatur erklärt. Weitere Kandidaturen sind möglich. Sie müssen bis am 29. Januar eingereicht werden. Zuletzt dachte auch der frühere chilenische Verbandspräsident und ehemalige FIFA-Funktionär Harold Mayne-Nicholls (53) laut über eine Bewerbung nach. Der Präsident wird vom Kongress mit seinen Delegierten aus den 209 Nationalverbänden gewählt.

Favorit Blatter
Wie viele Kandidaten am Ende auch immer antreten werden gegen Blatter: Der Walliser wird als grosser Favorit ins Rennen gehen. Ali bin al-Hussein dürfte selbst in seiner asiatischen Konföderation kaum uneingeschränkten Support geniessen. Die harsche Kritik, die Blatter vor allem im deutschsprachigen Raum, in Grossbritannien und Spanien entgegenschlägt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Schweizer in weiten Teilen der Fussball-Welt populär ist und während seiner fast 40-jährigen Tätigkeit als FIFA-Funktionär ein engmaschiges Beziehungsnetz gewoben hat. Als er im vergangenen Juni beim Kongress in Sao Paulo seine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit offiziell gemacht hatte, erhielt er von den Delegierten Afrikas und Asiens eine Standing Ovation. (sda)