Ein Hattrick und ein Rekord

Die 17. Thurgauer Golfmeisterschaft in Lipperswil und Erlen brachte mit Julia Knellwolf und Stefan Weigle zwei höchst unterschiedliche Sieger hervor.

René Stauffer
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Stefan Weigle wurde seiner Favoritenrolle an der Thurgauer Golfmeisterschaft gerecht. Bild: pd/Philipp Meier

Stefan Weigle wurde seiner Favoritenrolle an der Thurgauer Golfmeisterschaft gerecht. Bild: pd/Philipp Meier

Der Höhepunkt der Thurgauer Golfsaison endete am Wochenende in Erlen mit der grössten Überraschung der Turniergeschichte. Während bei den Männern Favorit Stefan Weigle der Titelhattrick als Kantonalmeister und der vierte Sieg insgesamt gelang, überrumpelte bei den Frauen eine Aussenseiterin alle: Julia Knellwolf, mit einer Spielstärke von 12.3 (Handicap) nur die neuntstärkste Spielerin im Feld, brauchte für die zwei Runden in Lipperswil und Erlen am wenigsten Schläge und gewann dank eines grossartigen Endspurts.

So ergab sich ein bemerkenswertes Siegerbild mit einem sehr gegensätzlichen Duo, das die Vielfalt dieser Sportart klar illustriert: Hier der zwei Meter grosse Athlet aus Bottighofen, neben ihm die zwei Köpfe kleinere Grafikerin aus Freidorf, die eindrücklich bewies, dass im Golf auch kleinere Spieler Grosses vollbringen können. «Ich habe meine Grösse wirklich nie als Nachteil empfunden», sagt die 27jährige Thurgauerin vom GC Erlen. «Ich dachte schon als Juniorin: Wenn die anderen den Ball so weit schlagen können, warum sollte mir das nicht auch gelingen?»

Vorerst noch weit vom Sieg entfernt

Allerdings deutete nach 27 der total 36 Spielbahnen (je 18 in Lipperswil und Erlen) noch nichts auf ihren Sieg hin. Die ersten neun Spielbahnen in Erlen waren ihr ziemlich missglückt. Da spielte ich unterirdisch», sagt sie selbstkritisch. Zu diesem Zeitpunkt lag sie sieben Schläge hinter der Führenden Lorena Hermann vom GC Lipperswil. Diese spielte jedoch die Bahnen 10 und 11 sehr fehlerhaft, 10 und 6 Schläge waren die Quittung. Knellwolf benötigte für diese beiden Löcher neun Schläge weniger – die Vorentscheidung, zumal sie auch danach gross aufspielte. «Aber dass ich tatsächlich gewonnen hatte, wurde mir erst nach der Runde klar», bekannte die Siegerin, die schon seit 20 Jahren Golf spielt und mit zwei Schlägen Vorsprung gewann.

Nicht restlos zufrieden mit seiner Leistung war auch der 41jährige Weigle: «Ich habe am Sonntag nicht wirklich gut gespielt, aber mich immer wieder retten können», sagte der vierfache Kantonalmeister. Er übertrifft damit den Weinfelder Benjamin Rusch, der inzwischen erfolgreich als Profi unterwegs ist und an diesem Turnier als erster den Titelhattrick geschafft hatte. Weigle war wie Knellwolf nach der Startrunde nur auf Rang 2 gelegen. Er ging mit zwei Schlägen Rückstand auf seinen Clubkollegen Dominik Trösch in den Finaltag, an dem sich zwischen den beiden ein spannender Zweikampf entwickelte. Vier Löcher vor Schluss lagen sie gleichauf, ehe Trösch an den Bahnen 15, 16 und 17 gegenüber Weigle vier Schläge einbüsste.

Mit 140 Teilnehmern die Grenze erreicht

Wohl auch wegen des hochsommerlichen Septemberwetters brachte das Turnier einen Rekord mit 140 Teilnehmern. «Damit haben wir eine Grenze erreicht, vielleicht werden wir das Feld künftig auf 120 Spieler begrenzen», sagte Marcel Eichmüller vom Organisationskomitee. Unter der hohen Belegung litt der Spielfluss, teilweise wurden sechs Stunden für die 18 Löcher benötigt. Die hohe Teilnehmerzahl spricht aber auch für die Attraktivität des Thurgauer Golfanlasses, der in der Region breit verankert ist.

Julia Knellwolf Überraschungssiegerin an der Thurgauer Golfmeisterschaft

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