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Thomas Zweifel ist der neue Turnierleiter des CSIO St.Gallen: «Ein guter Springreiter war ich nie»

Am Donnerstag beginnt im Gründenmoos der CSIO St.Gallen. Thomas Zweifel ist der neue Turnierleiter der Grossveranstaltung. Der 33-jährige Goldacher spricht über seine Zeit als Springreiter, seine Pläne für den CSIO und die Begeisterung für den Fussball an seinem Wohnort Liverpool.
Interview: Peter Wyrsch
Der Goldacher Thomas Zweifel stammt nicht aus einer «Rösseler»-Familie, fühlte sich aber schon als Bub zu Pferden hingezogen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Goldacher Thomas Zweifel stammt nicht aus einer «Rösseler»-Familie, fühlte sich aber schon als Bub zu Pferden hingezogen. (Bild: Benjamin Manser)

Der CSIO St. Gallen hat einen neuen Turnierleiter, der diese Woche vor seiner Bewährungsprobe steht. Er ist St. Galler, in Goldach aufgewachsen, heisst Thomas Zweifel und ist erst 33-jährig. Er lebt und arbeitet in Liverpool als Programm- und Managing-Direktor der Stadler Rail Service AG und scheint als Manager ­geboren zu sein. «Ich habe schon als Bub Events veranstaltet und habe wohl das Organisationsvirus im Blut», sagt er.

Seit April 2017 leben und arbeiten Sie in Liverpool und sind Vorgesetzter von 160 Mitarbeitern. Sitzen Sie in Liverpool am Schalthebel des CSIO in St. Gallen?

Thomas Zweifel: Ich pendle oft hin und her und habe auch einen Wohnsitz mit meiner Freundin in Schönenberg an der Thur. Während des CSIO bin ich in St. Gallen und nehme mir eine berufliche Auszeit mit einer Woche Ferien.

Wie kamen Sie ins CSIO-OK?

Ich wurde beim CSIO-Schlussessen 2017 angefragt. Ich habe diesen Job nicht gesucht, gehe aber mit viel Freude an meine neue Aufgabe heran. Von meinem Vorgänger Urs Schiendorfer, der die Geschicke während 35 Jahren führte, wurde ich im vergangenen Jahr eingearbeitet. Ich durfte ihm über die Schultern schauen und habe davon einiges profitiert.

Sie weisen schon einige Erfahrung als OK-Mitglied von Pferdesport­anlässen und als Turnierleiter auf.

Vor acht Jahren schnupperte ich erstmals Organisationsluft am Amriswiler Osterspringen. Der heutige Präsident Stefan Kuhn hatte seine Pferde im gleichen Stall wie wir.

Sie sind also ein Rösseler?

Ich stamme nicht aus einer «Pferdefamilie», fühlte mich aber schon als Bub zu Pferden und Veranstaltungen hingezogen. Als Jugendlicher habe ich Kinofilme und Discos organisiert, habe die regionale Springreiterlizenz erworben und mit mässigem Erfolg einige regionale Concours bestritten. Ein guter Springreiter war und werde ich aber nie. Ich habe andere Fähigkeiten und setze ­deshalb andere Prioritäten.

Welche Neuerungen haben Sie am CSIO ins Programm genommen?

Ich habe zusammen mit dem erfahrenen Reiter und Trainer Markus Fuchs die konzeptionelle Gestaltung des Sportprogramms vorgenommen und einige Neuerungen platzieren können. Unser Credo lautet: mehr Sport und Show in einem ausgewogenen Verhältnis.

Was genau ist denn neu?

Erstmals wird der Schweizer Cupfinal, ein Top-Ten-Final in zwei Umgängen, am Samstag in den CSIO eingebettet. Das wird in den drei nächsten Jahren so bleiben. Am Freitag folgt nach dem Grossen Preis der Schweiz als sportlicher Tagesabschluss die Six Barres, ein Barrierenspringen über sechs Hindernisse mit progressiver Hindernishöhe. Schliesslich haben wir drei Springen, zwei Qualifikationen am Freitag und Samstag sowie den Final am Sonntagmittag vor dem Nationenpreis, für Nachwuchspferde eingebaut. Am CSI der Young Horses für sieben- und achtjährige Pferde werden die Cracks von morgen vorgestellt. Das sind Springen für Nachwuchspferde, welche auch die Reiterstars schätzen.

Was wird den Besuchern sportlich zusätzlich geboten?

Elitekader- und WM-Reiter Werner Muff, der nach gesundheitlichem Rückschlag wieder neu beritten und erfolgreich ist, wird vor dem GP und dem Nationenpreis eine öffentliche Parcoursbesichtigung vornehmen und über Mikrofone kommentieren.

Welche Anziehungskraft übte der CSIO St. Gallen in früheren Jahren auf Sie aus?

Ich war immer mit Interesse als Zuschauer dabei. Mich fasziniert Spitzenreitsport, und ich habe viele Ideen, die ich im Team umzusetzen gedenke. Neuigkeiten müssen sich entwickeln und den Traditionen gilt es, Sorge zu tragen. All dies soll zu einem Pferdeerlebnis zusammengeführt werden und allen viel Freude bereiten.

Zurück nach Liverpool. Auch da ist sportlich viel los, weniger wohl im Reitsport.

Fussball ist in Liverpool die Sportart Nummer eins. Ich war diese Saison dreimal an der Anfield Road an den Heimspielen. Ich erlebte die aussergewöhnliche Stimmung gegen Porto in der Champions League live mit. Eine solch euphorische Stimmung und Begeisterung wünsche ich mir auch am CSIO St. Gallen.

Die Schweizer Springreiter sind im Hoch

Die Schweizer Springreiter starten am Donnerstag zum 24. CSIO St.Gallen aus der Pole-Position. Sie sind in Hochform, gewannen selbst ohne den WM-Zweiten Martin Fuchs den Nationenpreis-Auftakt in La Baule und nehmen mit den stärksten Reitern erneut Anlauf auf den ersehnten ersten Heimerfolg nach 23 Jahren.
Der CSIO St. Gallen mit sieben Weltranglisten-Springen und Neuerungen wie dem Cupfinal, der Six Barres und dem Youngster Cup verspricht ein Pferde-Festival zu werden. Höhepunkte sind der Nationenpreis mit acht Ländern am Sonntag, das grosse Jagdspringen und der erstmals in St. Gallen durchgeführte Schweizer Cupfinal am Samstag sowie der GP der Schweiz am Freitag.
Zum sechsten Mal in den vergangenen acht Jahren wurden die Schweizer Reiter im Vorjahr im Teamwettbewerb Zweite. «Diese Serie soll endlich reissen. Deshalb habe ich die derzeit stärkste verfügbare Mannschaft nominiert», sagt Equipenchef Andy Kistler. Er vertraut dem Weltranglistenersten Steve Guerdat mit Bianca, dem Weltcupzweiten Martin Fuchs mit Chaplin, dem in La Baule überzeugenden Niklaus Rutschi mit Cardano, Paul Estermann mit Lord Pepsi oder Pius Schwizer mit Cortney Cox. Gegner der Schweizer Equipe sind die Vorjahressieger aus Frankreich, Italien, Brasilien, Grossbritannien, Dänemark, Norwegen und Aufsteiger Österreich. Insgesamt sind 20 Schweizer Reiter im Aufgebot: 15 Einzelreiter neben den fünf Equipenreitern, darunter auch junge Reiter wie Schweizer Meister Bryan Balsiger oder Edouard Schmitz, Altmeister Walter Gabathuler oder die nationale Aufsteigerin Barbara Schnieper.
Auch im 84. GP der Schweiz zählen die Einheimischen zu den Favoriten. Noch nie stand der dreifache Weltcupsieger Guerdat im Einzel auf dem Podest. 2012 wurde der Jurassier mit Carpalo Vierter. (wy)

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